Hüllen fallen lassen

„Par­tei­en und Par­la­men­te wir­ken auf vie­le immer sehr ent­fernt vom All­tag vor Ort. Als jun­ge SPD-Kan­di­da­ten schla­gen Lucas Sie­mers, Immo Brau­ne, Mat­t­his Hack und mei­ne Wenig­keit einen ande­ren, etwas unge­wöhn­li­chen Weg ein. Wir las­sen im über­tra­ge­nen Sin­ne alle Hül­len fal­len“, kün­digt der Juso-Kreis­vor­sit­zen­de Cal­vin Fromm an und führt aus:

„‚Trans­pa­renz‘ ist das Stich­wort“. Auf unse­rer Web­site unter www.jusos-rz.de haben wir unse­re Kon­takt­da­ten für alle trans­pa­rent ver­öf­fent­licht. Wer uns errei­chen möch­te, kann uns errei­chen. Egal ob tele­fo­nisch, per E-Mail, via Whats­App oder die sozia­len Medi­en: Wir sind und blei­ben ansprech­bar.“

Der SPD-Kreis­tags­kan­di­dat Immo Brau­ne ergänzt: „Wer Poli­tik für alle machen möch­te, muss auch für alle erreich­bar. Der klas­si­sche Info­stand auf dem Wochen­markt kann die­se Funk­ti­on schon lan­ge nicht mehr allei­ne erfül­len.“

 

DIE KANDIDATEN IM EINZELNEN:

 

BUND

„Wir soll­ten gemein­sam dafür sor­gen, den länd­li­chen Raum als Hei­mat zu erhal­ten“, wünscht sich Hans-Hein­rich Sta­mer vom BUND Her­zog­tum Lau­en­burg und gibt damit bereits die Marsch­rich­tung vor: Jede und jeder kön­ne etwas für unse­re Umwelt tun. Im Sin­ne die­ses Leit­bil­des führ­ten die Jusos Her­zog­tum Lau­en­burg am 22. Febru­ar 2018 ihren im Jahr 2017 begon­ne­nen Aus­tausch mit dem BUND Her­zog­tum Lau­en­burg über die Umwelt­po­li­tik im Kreis Her­zog­tum Lau­en­burg fort.

„In mei­nem Wahl­kreis hat der Ver­ein Duven­se­er Moor e.V. bei der Erhal­tung des länd­li­chen Rau­mes als Hei­mat bereits jetzt Vor­bild­cha­rak­ter. Anstel­le staat­li­chen Natur­schut­zes set­zen sich Bür­ge­rin­nen und Bür­ger eigen­stän­dig für die Land­schaft ein. Neben dem Umwelt- und Natur­schutz wird so auch das Leben in den Gemein­den geför­dert“, erklärt der Juso-Kreis­tags­kan­di­dat Mat­t­his Hack und betont:

„Um genau die­sen ein­ver­nehm­li­chen Ein­satz der Men­schen aus dem länd­li­chen Raum für den länd­li­chen Raum geht es uns. Als Poli­tik des­halb von heu­te auf mor­gen ein­fach den Ver­zicht auf das Auto zulie­be der Umwelt ein­zu­for­dern und nicht die nöti­gen Vor­aus­set­zun­gen zu schaf­fen, ist gera­de im länd­li­chen Raum nicht mög­lich. Des­halb möch­ten wir die Vor­aus­set­zun­gen für neue mög­lichst umwelt­ver­träg­li­che Mobi­li­täts­for­men wie die Ein­bin­dung des Krei­ses in einen (E-)Car-Sharing-Verbund ein­set­zen und for­dern, den Regio­na­len Nah­ver­kehrs­plan des Krei­ses Her­zog­tum Lau­en­burg in einen umfas­sen­den Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­plan wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.“

Für den Juso-Kreis­tags­kan­di­da­ten Immo Brau­ne wur­de im Gespräch erneut deut­lich, dass der Umwelt- und Natur­schutz in alle Berei­che aus­strahlt: „Der Rad­ver­kehr oder selbst die Bepflan­zung des eige­nen Gar­tens sind nur zwei Bei­spie­le, die noch mehr vor dem Aspekt der öko­lo­gi­schen Nach­hal­tig­keit betrach­tet wer­den kön­nen. Der Wert unse­rer Umwelt muss ins­be­son­de­re vom Kreis aner­kannt und geför­dert wer­den, denn auch der Mensch und nicht nur Tie­re oder Insek­ten pro­fi­tie­ren von einer viel­fäl­ti­gen Natur­land­schaft. Los könn­te es damit gehen, dass der Kreis sich mit den Domä­nen­ver­päch­tern über eine zeit­lich befris­te­te Pacht­re­duk­ti­on im Gegen­zug für eine öko­lo­gi­sche Bewirt­schaf­tung aus­tauscht.“

HAKI e.V.

Blu­ten für die Gleich­stel­lung: Das haben die Juso-Kreis­tags­kan­di­da­ten Cal­vin Fromm, Lucas Sie­mers und Mat­t­his Hack getan. Da ihr Mit-Kan­di­dat Immo Brau­ne sein Blut auf­grund der Richt­li­ni­en der Bun­des­ärz­te­kam­mer in Bezug auf homo- und bise­xu­el­le Män­ner nicht spen­den durf­te, ergrei­fen die­se jetzt die Initia­ti­ve und spen­den 100 Euro an die HAKI e.V. in Schles­wig-Hol­stein. „Es ist in allen Alters­stu­fen noch viel Auf­klä­rungs­ar­beit zu leis­ten. Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, dass Män­ner, die mit Män­nern Sex haben, auf eine Stu­fe mit diver­sen Krank­hei­ten gestellt wer­den. Des­halb spen­den wir das Geld, damit Bil­dungs- und Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ar­beit schon in der Schu­le geleis­tet wer­den kann – und nicht erst durch Aktio­nen wie der unse­ren“, erklärt Immo Brau­ne die Moti­va­ti­on der Spen­de.

Die HAKI e.V. ist ein Raum für les­bi­sche, schwu­le, bi*, trans*, inter* und quee­re Men­schen in Schles­wig-Hol­stein mit Sitz in Kiel. Seit 1974, also über 40 Jah­ren, set­zen sich hier vie­le Men­schen in ihrer Frei­zeit für mehr Viel­falt in der Gesell­schaft und im öffent­li­chen Raum ein. Mit über 20 Arbeits­grup­pen für Jung und Alt in Lübeck, Husum und Kiel ist sie der größ­te LSBTIQ*-Verein im Land. Neben einem weit­rei­chen­den ehren­amt­li­chen Bera­tungs­an­ge­bot bie­tet unter ande­rem das SCHLAU-Team Work­shops zur Auf­klä­rung über geschlecht­li­che und sexu­el­le Viel­falt in Schu­len und Jugend­ein­rich­tun­gen an. Dabei errei­chen sie jähr­lich meh­re­re tau­send Schü­le­rin­nen und Schü­ler im gan­zen Nor­den.

„Beson­ders die Arbeit der HAKI mit Jugend­li­chen fin­den wir klas­se. Jun­ge Men­schen brau­chen Vor­bil­der und die Gewiss­heit, dass sie nicht allei­ne sind und Hil­fe bekom­men. Aber auch die all­ge­mei­ne Auf­klä­rungs­ar­beit ist wich­tig: Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in den Blut­spen­de­diens­ten machen nur ihre Arbeit und sind nicht für die Dis­kri­mi­nie­rung ver­ant­wort­lich. Gesell­schaft­li­che Akteu­re wie die HAKI tre­ten des­halb stell­ver­tre­tend an die Ver­ant­wort­li­chen her­an und wer­ben um den Abbau sol­cher Dis­kri­mi­nie­run­gen“, so Lucas Sie­mers, SPD-Vor­sit­zen­der in Wen­torf.

Ste­fan Hei­de­brecht, Vor­stands­mit­glied der HAKI, erklärt abschlie­ßend: „Wir dan­ken den Lau­en­bur­ger Jusos für ihre Spen­de. Nach der ‚Ehe für Alle‘ ist noch lan­ge nicht Schluss, denn zur gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Akzep­tanz von les­bi­schen, schwu­len, bi*, trans*, inter* und quee­ren Men­schen ist es noch ein lan­ger Weg. Das wird in den unter­schied­lichs­ten All­tags­si­tua­tio­nen immer wie­der deut­lich. Gera­de in Zei­ten von Homo­hass durch die AfD und den soge­nann­ten ‚Besorg­ten Eltern‘ gilt es, ein star­kes Zei­chen für Akzep­tanz und Viel­falt zu set­zen!“

Rote spenden Rotes

Am 29. Janu­ar 2018 nah­men die Juso-Kreis­tags­kan­di­da­ten Cal­vin Fromm, Lucas Sie­mers und Mat­t­his Hack am Blut­spen­de-Ter­min des DRK in Wen­torf bei Ham­burg teil. Dazu führt der Juso-Kreis­vor­sit­zen­de Cal­vin Fromm aus: „Das gespen­de­te Blut fin­det bei­spiels­wei­se bei Krebs­er­kran­kun­gen oder Herz­er­kran­kun­gen Anwen­dung. Des­halb wer­ben wir für das Blut­spen­den, indem wir selbst mit gutem Bei­spiel vor­an­ge­hen. Als Juso-Kreis­tags­kan­di­da­ten möch­ten wir die nächs­ten Wochen näm­lich auch nut­zen, um einer­seits etwas Gutes zu tun und dabei ande­rer­seits auf die vie­len Stüt­zen in unse­rer Gesell­schaft auf­merk­sam zu machen. Das DRK und deren Mit­glie­der sind zwei­fel­los eine sol­che Stüt­ze.“

Lucas Sie­mers mit DRK-Prä­sent für Erst­spen­der

Sogar einen Schritt wei­ter ging der Wen­tor­fer SPD-Vor­sit­zen­de Lucas Sie­mers und ent­schied sich noch am sel­ben Abend dafür, DRK-Mit­glied zu wer­den. „Ich ken­ne den Orts­ver­ein seit mei­ner Kind­heit und bin tief beein­druckt, was die Mit­glie­der in den letz­ten Jah­ren auf die Bei­ne gestellt haben. Vie­le sehen das DRK zurecht als eine fest eta­blier­te und gesell­schafts­über­grei­fen­de Orga­ni­sa­ti­on. Des­we­gen möch­te ich den Orts­ver­ein unter­stüt­zen und bin prompt bei­ge­tre­ten“, begrün­det er sei­ne Ent­schei­dung.

Eben­falls ger­ne am Blut­spen­den teil­ge­nom­men hät­te der Juso-Kreis­tags­kan­di­dat Immo Brau­ne. Er erläu­tert: „Noch immer sind homo­se­xu­el­le Män­ner von der Blut­spen­de aus­ge­schlos­sen. Zwar dür­fen Schwu­le nach der letz­ten Ände­rung der Richt­li­ni­en zur Blut­spen­de der Bun­des­ärz­te­kam­mer nach einem Jahr Ent­halt­sam­keit spen­den. Bei die­ser Ände­rung han­delt es sich aller­dings nur um vor­ge­gau­kel­te Akzep­tanz. In Wahr­heit wird hier­bei wei­ter­hin eine bestimm­te Men­schen­grup­pe in Zei­ten, in denen Blut­spen­den mehr denn je gebraucht wer­den, sys­te­ma­tisch aus­ge­grenzt. Mein Blut scheint grund­sätz­lich min­der­wer­tig zu sein.“ Eine Auf­wands­ent­schä­di­gung haben die Juso-Kreis­tags­kan­di­da­ten beim Blut­spen­den nicht erhal­ten, aber sie neh­men die­se der­zeit statt­fin­den­de Dis­kri­mi­nie­rung von homo­se­xu­el­len Män­nern zum Anlass für eine Spen­de in Höhe von 100 Euro. Das Geld soll einer noch zu bestim­men­den Orga­ni­sa­ti­on zugu­te­kom­men, die sich für die Gleich­stel­lung von LGBT-Men­schen ein­setzt.

 

Hin­weis:

Hier kön­nen Sie schau­en, wann und wo der nächs­te Blut­spen­de-Ter­min in Ihrer Nähe statt­fin­det. Hier fin­den Sie all­ge­mei­ne wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Blut­spen­den.

Kreistagskandidaten

Am 20. Janu­ar 2018 stand beim Kreis­par­tei­tag der SPD Her­zog­tum Lau­en­burg die Kom­mu­nal­wahl 2018 im Fokus. Neben der Ver­ab­schie­dung des Wahl­pro­gram­mes stell­te die Par­tei die Kreis­tags­kan­di­da­tin­nen und Kreis­tags­kan­di­da­ten für die Kom­mu­nal­wahl 2018 auf. Mit einer Viel­zahl an Ände­rungs­an­trä­gen von bezahl­ba­rem Wohn­raum für Aus­zu­bil­den­de und Stu­die­ren­de über die Digi­ta­li­sie­rung im Kreis bis hin zur Wirt­schafts­för­de­rung konn­ten sich die Jusos Her­zog­tum Lau­en­burg als SPD-Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on bei der Pro­gramm­auf­stel­lung erfolg­reich ein­brin­gen.
Die Jusos bedan­ken sich bei dem Kreis­par­tei­tag und den Orts­ver­ei­nen für die Auf­stel­lung eines jun­gen Teams bestehend aus dem Wen­tor­fer SPD-Vor­sit­zen­den Lucas Sie­mers (21 Jah­re), dem Juso-Kreis­vor­sit­zen­den Cal­vin Fromm (21 Jah­re) sowie Mat­t­his Hack (21 Jah­re) und Immo Brau­ne (27 Jah­re) als Direkt­kan­di­da­ten für die Kreis­tags­wahl. Auf einen Lis­ten­platz haben alle vier geschlos­sen ver­zich­tet. Dazu erklä­ren die jun­gen Direkt­kan­di­da­ten und der Juso-Kreis­vor­stand:
“Dem Lis­ten­vor­schlag des SPD-Kreis­vor­stan­des man­gel­te es lei­der am Mut zur Erneue­rung der Par­tei. Ent­ge­gen dem vor­he­ri­gen Wer­ben der Jusos um Aus­ge­wo­gen­heit der Lis­te wird von den Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten auf aus­sichts­rei­chen Plät­zen nie­mand mit einem Alter von unter 30 Jah­ren in die Wahl­pe­ri­ode star­ten und die­se mit einem Alter von unter 35 Jah­ren been­den. Selbst­ver­ständ­lich ist das Alter allein kein Qua­li­täts­kri­te­ri­um, aber eine breit auf­ge­stell­te Volks­par­tei hat auch die Bevöl­ke­rungs­grup­pe der jun­gen Men­schen im Alter von unter 30 Jah­ren zu reprä­sen­tie­ren. Aus die­sem Grund haben wir die Ent­schei­dung getrof­fen, geschlos­sen auf unse­re hin­te­ren Lis­ten­plät­ze zu ver­zich­ten.
Als jun­ge Kan­di­da­ten ste­hen wir für neue Ide­en und einen moder­nen Poli­tik­stil. Mit die­sem Anspruch wer­ben wir in den nächs­ten Mona­ten um das Ver­trau­en der Bevöl­ke­rung mit dem Ziel, ihre Inter­es­sen als direkt gewähl­te Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­te ver­tre­ten zu dür­fen.“