Kinder- und Jugendbeteiligung

Par­ti­zi­pa­ti­on, Nach­wuchs­för­de­rung, aktiv sein, Inter­es­se wecken.… Doch war­um und wie­so aus­ge­rech­net schon Kin­der, die gro­ße Poli­tik machen doch nur Älte­re?

Zunächst ein­mal: Poli­tik kommt von denen die sie machen. Dazu gehö­ren nicht nur alte Leu­te, son­dern auch schon sehr jun­ge Leu­te. Vie­le jun­ge und inter­es­sier­te Kin­der und Jugend­li­che ver­fol­gen das poli­ti­sche Gesche­hen oder Wir­ken aktiv mit. Mei­ner Mei­nung nach immer noch viel zu weni­ge, obwohl es ein sehr wich­ti­ges The­ma ist. Poli­tik ist ja nicht nur Reden und paar Mit­tel ver­tei­len, son­dern viel mehr. Es ist eine viel­fäl­ti­ge Arbeit. Man lernt ver­schie­de­ne Sicht­wei­sen ken­nen und kann die lus­tigs­ten Debat­ten füh­ren.

Beson­ders für jun­ge, ange­gier­te und inter­es­sier­te Men­schen gibt es vie­le Mög­lich­kei­ten sich ein­zu­brin­gen, sowie vie­le Kon­tak­te in dem Bereich schon früh zu knüp­fen. Par­ti­zi­pa­ti­on, also die Teil­ha­be an Etwas, ist nicht mal mehr an Par­tei­en geknüpft. Vie­le unab­hän­gi­ge Tref­fen gibt es regel­mä­ßig von ver­schie­de­nen Orga­ni­sa­tio­nen quer über Deutsch­land ver­teilt. Oft hel­fen bei die­ser Arbeit auch Bei­rä­te und Par­la­men­te von und für Kin­der und Jugend­li­che mit. Im Novem­ber ist bei­spiels­wei­se wie­der Jugend im Land­tag Schles­wig-Hol­stein. Lest doch mal in den Bericht vom letz­tem Jahr.

Die Betei­li­gung jun­ger Men­schen ist natür­lich für den Erhalt der poli­ti­schen Struk­tur auf die Zukunft gese­hen sehr wich­tig, doch gibt es einen für mich noch viel wich­ti­ge­ren Aspekt. Poli­tik kommt mit allen The­men der Gesell­schaft in Berüh­rung, was es für mich zu einem wich­ti­gem Ele­ment in der All­ge­mein­bil­dung macht. Es ist wich­tig sei­ne Rech­te, Mög­lich­kei­ten und Chan­cen ken­nen zu ler­nen, um sich ein Ziel zuset­zen, zu kämp­fen und um zu Träu­men.

Was man dar­aus macht ist jedem selbst über­las­sen, aber zusa­gen es inter­es­siert mich nicht: das gibt es nicht.

 

Bericht von San­dra Ber­nich

Aus unserer Sicht - Wir Jusos

Für den Text habe ich, San­dra Ber­nich, ver­schie­de­ne Jusos aus dem Kreis Her­zog­tum Lau­en­burg gefragt. Man­che davon sind erst seit kur­zem und ande­re schon jah­re­lang Mit­glied. Nicht alle Sachen müs­sen auf alle von uns zutref­fen, jedoch bil­det die­ser Bericht unse­re Grund­ein­stel­lung ab.

 

Was heißt es für uns, ein Jusos zu sein?

 

Wir füh­len uns als ein Teil eines Gan­zen. Es ist eine Grup­pe in der wir alle die sel­ben Wer­te ver­tre­ten und dafür auch ein­ste­hen. Frei­heit. Gerech­tig­keit. Soli­da­ri­tät.

Juso zu sein bedeu­tet, die Chan­ce an der Ver­än­de­rung von Poli­tik teil­zu­ha­ben, über die man sich ansons­ten nur beschwe­ren wür­de. Dabei kann hier jeder so viel geben wie er möch­te und kann.

 

Wie sehen wir uns untereinander? – Jusos als…

 

Auf­grund der sel­ben Grund­wer­te herrscht bei uns ein gewis­ser Grund­spi­rit, der im beson­de­rem Maße unse­ren Neu­zu­gän­gen Gebor­gen­heit bie­ten kann und eine ange­neh­me und akzep­tie­ren­de Stim­mung ver­brei­tet. Wir kom­men gut mit­ein­an­der aus und über die Zeit wer­den Genos­sen auch mal zu Freun­den. Unter­ein­an­der ver­ste­hen wir uns gut, egal ob Genos­se oder Freund. Beson­ders Aus­flü­ge und regel­mä­ßi­ge Ver­an­stal­tun­gen stär­ken unse­ren Zusam­men­halt.

 

Was ist das Beste und Schönste bei uns Jusos?

 

Für vie­le ist der Zusam­men­halt unter­ein­an­der eines der bedeu­tends­ten und wich­tigs­ten Din­ge. Dar­auf bau­en Ver­trau­en und Ver­läss­lich­keit auf. Für ande­re von uns steht die Viel­zahl der Mög­lich­kei­ten der Mit­glied­schaft im Vor­der­grund. Sei­en es Dis­kus­sio­nen oder die Erar­bei­tung eines Kom­mu­nal­wahl­pro­gram­mes, Besu­che in Ber­lin oder Gesprä­che mit Poli­ti­kern.

All­ge­mein sind wir eine sehr auf­ge­schlos­se­ne Grup­pe. Inter­es­sen­ten sind bei uns auch immer ger­ne gese­hen. Spaß hat man bei uns alle Mal und was mit­neh­men tut man auch.

 

ÜBER DIE AUTORIN

San­dra Ber­nich ist Schü­le­rin und seit 2016 Mit­glied der SPD. Seit Dezem­ber 2016 ist sie Bei­sit­ze­rin im Vor­stand der Jusos Her­zog­tum Lau­en­burg.

PS: Wer übri­gens selbst Mit­glied wer­den möch­te, wir unter eintreten.spd.de fün­dig.

"Mitmachen statt meckern"

Zum „Super­wahl­jahr 2017“ erklärt der Juso-Kreis­vor­sit­zen­de Cal­vin Fromm: „Die schles­wig-hol­stei­ni­sche Land­tags­wahl am 07. Mai und die Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber ent­schei­den über die Zukunft unse­res Lan­des. Dabei macht die Absen­kung des Wahl­al­ters durch die SPD-geführ­te Lan­des­re­gie­rung auf das 16. Lebens­jahr ins­be­son­de­re die Land­tags­wahl zu einer Wahl der Jugend. Als Juso-Kreis­ver­band bie­ten wir allen Schu­len und Jugend­ver­bän­den im Kreis Her­zog­tum Lau­en­burg an, zu den Wah­len Rede und Ant­wort zu ste­hen. Dane­ben wer­den wir Inter­es­sier­ten zudem in eige­nen Ver­an­stal­tun­gen Mög­lich­kei­ten eines unmit­tel­ba­ren Aus­tau­sches mit den Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten bie­ten.“

Wer sich mit der Land­tags­kan­di­da­tin Kath­rin Wag­ner-Bockey für den Wahl­kreis Lau­en­burg-Süd und dem Land­tags­kan­di­da­ten Man­fred Bör­ner für den Wahl­kreis Lau­en­burg-Nord über das The­ma der öffent­li­chen Sicher­heit aus­tau­schen möch­te, hat am Mitt­woch, den 29. März, die Mög­lich­keit dazu. Die Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung der Jusos Her­zog­tum Lau­en­burg unter dem Titel „Safe­ty first? — Wie es um unse­re Poli­zei steht“ fin­det in Koope­ra­ti­on mit der SPD Schwar­zen­bek um 19:00 Uhr in Schrö­ders Hotel (Com­pe­stra­ße 6, 21493 Schwar­zen­bek) statt.

 

„MITMACHEN STATT MECKERN“

„Gera­de in den unsi­che­ren Zei­ten eines Donald Trump gilt für uns Jusos das Mot­to ‚Mit­ma­chen statt meckern‘. Ent­spre­chend rufen wir dazu auf, Posi­ti­on zu bezie­hen und direkt in der Poli­tik mit­zu­wir­ken. Dafür haben sich bei­spiels­wei­se allein in 2017 sechs jun­ge Men­schen durch einen Ein­tritt in die SPD im Kreis Her­zog­tum ent­schie­den. Die­sen Rücken­wind wer­den wir in die anste­hen­den Wahl­kämp­fe mit­neh­men. Natür­lich bie­ten wir aber auch allen ande­ren Inter­es­sier­ten im Alter bis 35 Jah­re unab­hän­gig von einer Mit­glied­schaft die Mög­lich­keit, sich ein­zu­brin­gen. So erar­bei­ten wir in die­sem Jahr unser Jugend­pro­gramm zur schles­wig-hol­stei­ni­schen Kom­mu­nal­wahl 2018. Dies soll nicht im luft­lee­ren Raum, son­dern im Aus­tausch mit den Men­schen in unse­rem Kreis erfol­gen“, betont Fromm.

Stell­ver­tre­ten­der Juso-Kreis­vor­sit­zen­der Immo Brau­ne

Der stell­ver­tre­ten­de Juso-Kreis­vor­sit­zen­de Immo Brau­ne erklärt das Vor­ha­ben: „Unter dem Hash­tag #genialkommunal2018 kön­nen die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Kreis Her­zog­tum Lau­en­burg über Face­book, Twit­ter und Insta­gram mit uns in Ver­bin­dung tre­ten und ihre Vor­stel­lun­gen vor­brin­gen. Dane­ben kann auch ‚klas­sisch‘ eine Nach­richt bspw. per E-Mail an calvin.fromm@jusos-rz.de geschickt oder an der nächs­ten unse­rer so genann­ten ‚Ide­en­schmie­de‘ zur Erar­bei­tung des Jugend­wahl­pro­gram­mes am Frei­tag, den 17. März, um 19:00 Uhr vor­aus­sicht­lich in Büchen teil­ge­nom­men wer­den. Genaue­re Infor­ma­tio­nen sind dazu bald auf unse­rer Web­site unter jusos-rz.de zu fin­den. So wol­len wir mög­lichst vie­len, ins­be­son­de­re jun­gen Men­schen, die Mög­lich­keit geben, sich ein­fach und schnell ein­zu­brin­gen. Wir wün­schen uns Impul­se dar­über, was dem Ein­zel­nen vor Ort wich­tig ist oder ver­än­dert wer­den soll. Das kön­nen die Abfahrts­zei­ten des Schul­bus­ses oder aber auch der Erhalt des Frei­bads sein. Und wer Blut geleckt hat, kann sich natür­lich auch per­sön­lich ein­brin­gen und in den Gre­mi­en in sei­nem bzw. ihrem Ort mit­ar­bei­ten – dar­über wür­den wir uns am meis­ten freu­en.“

 

Am 19. August stand aber­mals die all­jähr­li­che Poli­ti­sche Bil­dungs­fahrt nach Ber­lin vor der Tür. Drei Tage lang besuch­ten wir das poli­ti­sche Herz der Bun­des­re­pu­blik, um gemein­sam in die Haupt­stadt ein­zu­tau­chen und Poli­tik zu erle­ben.

 

Ein Stück Heimat

 

Nach der Ankunft am Haupt­bahn­hof Ber­lins ver­schlug es uns zunächst in die Minis­ter­gär­ten. Dort besuch­ten wir, kaum aus dem ech­ten Nor­den ver­schwun­den, ein Stück alt­be­kann­te Hei­mat: Die Lan­des­ver­tre­tung Schles­wig-Hol­steins öff­ne­te für uns ihre Pfor­ten. Im Gespräch mit Harald Bun­ten, dem dor­ti­gen Refe­rats­lei­ter für Innen­po­li­tik, Sport, Städ­te­bau, Woh­nungs­we­sen, Raum­ord­nung und Ver­tei­di­gung tausch­ten wir uns über die Auf­ga­ben­be­rei­che der Lan­des­ver­tre­tung aus. Als Ver­tre­tung unse­res Bun­des­lan­des arbei­tet sie bei­spiels­wei­se dar­an, die schles­wig-hol­stei­ni­schen Inter­es­sen im Bun­des­rat ein­zu­brin­gen.

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Mit einer Fül­le an neu­en Infor­ma­tio­nen über die Mit­wir­kung Schles­wig-Hol­steins an der Gesetz­ge­bung des Bun­des aus­ge­stat­tet ging es für uns wei­ter zum Roten Rat­haus. In Beglei­tung einer Mit­ar­bei­te­rin, die uns die Geschich­te und Funk­ti­on des Hau­ses näher­brach­te, besich­tig­ten wir das his­to­ri­sche Gebäu­de und lie­ßen uns durch die Gän­ge des sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Bür­ger­meis­ters Micha­el Mül­ler füh­ren. Zwei­fels­oh­ne sorg­te auch die anste­hen­de Wahl zum Abge­ord­ne­ten­haus Ber­lins für Gesprächs­stoff.

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Schnack mit Clara

 

Kaum hat­ten wir das Rat­haus ver­las­sen, wan­der­ten wir sogleich in den Bezirk Pan­kow, wo uns die stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der SPD Ber­lin Dr. Cla­ra West mit Kaf­fee und Kek­sen erwar­te­te. Gemein­sam spra­chen wir mit ihr über rechts­po­pu­lis­ti­sche AfD in Ber­lin, die neu­ar­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen für Poli­ti­ker im Zeit­al­ter der Poli­tik­ver­dros­sen­heit und die Unter­schie­de poli­ti­scher Struk­tu­ren zwi­schen Ber­lin und Schles­wig-Hol­stein, wo auch sie ursprüng­lich auf­ge­wach­sen ist. Poli­tik aus nächs­ter Nähe.

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Parlament & Partei

 

Am nächs­ten Tag stand anfangs ein Besuch in der par­la­ments­his­to­ri­schen Aus­stel­lung „Wege – Irr­we­ge – Umwe­ge“ des Deut­schen Bun­des­ta­ges auf dem Plan, wel­che im Deut­schen Dom Besu­chern zur Ver­fü­gung steht. Dort lie­ßen sich die Ursprün­ge der deut­schen Demo­kra­tie, von dem Ham­ba­cher Fest 1837 bis zur Ent­ste­hung des Grund­ge­set­zes 1949, in span­nen­den Aus­stel­lungs­räu­men inno­va­tiv erkun­den.

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Im Zen­trum der deut­schen Sozi­al­de­mo­kra­tie, dem Wil­ly-Brandt-Haus, tra­fen wir dann auf den kom­mis­sa­ri­schen Geschäfts­füh­rer des Bun­des­vor­stan­des der Jusos, Dani­el Choi­nov­ski. Mit ihm dis­ku­tier­ten wir über die poli­ti­sche Betei­li­gung jun­ger Men­schen und die der­zei­ti­gen the­ma­ti­schen Schwer­punk­te der Jusos. Er gewähr­te uns zudem einen ein­ma­li­gen Ein­blick: Nach einer aus­gie­bi­gen Füh­rung durch das Haus, über das im Foy­er eine gro­ße Wil­ly Brandt Sta­tue tag­ein und tag­aus wacht, durf­ten wir in den Sit­zungs­saal des Bun­des­vor­stan­des der SPD, dem Hel­mut-Schmidt-Saal, ein­tre­ten und den Aus­blick über den Dächern Ber­lins genie­ßen.

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Nach­dem wir sei­nem Abbild schon in der Par­tei­zen­tra­le der SPD begeg­ne­ten, bega­ben wir uns danach auch auf sei­ne his­to­ri­schen Spu­ren: Im Forum Wil­ly Brandt mach­ten wir uns einen Ein­druck von dem Ehr­furcht erwe­cken­den Leben Wil­ly Brandts. Von sei­nen ers­ten sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Schrit­ten über sein Enga­ge­ment gegen Nazis und das Wir­ken als Bun­des­kanz­ler prä­sen­tier­te sich uns der bezeich­nen­de geschicht­li­che Abdruck des ver­dien­ten Ehren­vor­sit­zen­den.

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Natür­lich durf­te auch der Ein­tritt in die Hal­len des Deut­schen Bun­des­ta­ges wäh­rend des dies­jäh­ri­gen Exkur­ses nicht feh­len. Die dor­ti­ge obli­ga­to­ri­sche Füh­rung und Prä­sen­ta­ti­on mach­te uns aber­mals mit den Grund­prin­zi­pi­en der deut­schen Poli­tik ver­traut und ver­mit­tel­te eine eben­so erkennt­nis­rei­che wie auch über­ra­schen­de Ansicht des All­tags unter­halb der popu­lä­ren, glä­ser­nen Kup­pel.

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Historische Ein- und Ausblicke

 

Den Sonn­tag nutz­ten wir dann zunächst, um das Deut­sche His­to­ri­sche Muse­um zu besu­chen. In einem unge­ahnt anschau­li­chen Aus­maß konn­ten wir dort eine Zeit­rei­se in ver­gan­ge­ne Jahr­zehn­te unter­neh­men, die in Form von his­to­ri­schen Expo­na­ten und umfang­rei­chen Infor­ma­ti­ons­ta­feln dar­ge­stellt wur­den. Hier fand jeder sei­ne Platz, an dem er Inter­es­se an der Geschich­te Deutsch­lands erwe­cken konn­te.

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Den Abschluss der Fahrt bil­de­te dann der Auf­stieg zur Sie­ges­säu­le: Hier galt es zu bewei­sen, dass Jusos nicht nur poli­tisch fit auf den Bei­nen sind. Die 50 Meter, die es zu bewäl­ti­gen galt, konn­ten jedoch alle Teil­neh­mer glor­reich hin­ter sich brin­gen. Aus­ge­zahlt hat­ten sich die Mühen alle­mal: Die Höhe, die sich von der Aus­sichts­platt­form genie­ßen ließ, bot dem Auge einen gigan­ti­schen Aus­blick über den Tier­gar­ten hin­weg bis zu den Hori­zon­ten Ber­lins. Ein ein­ma­li­ger Schluss­punkt einer span­nen­den Fahrt, die mit müden, aber freu­di­gen Gesich­tern in der Bahn in Rich­tung Ham­burg ende­te.

Zum Jah­res­an­fang habe ich einen von mir lang geheg­ten Vor­satz umge­setzt: Ich bin der SPD nun auch offi­zi­ell bei­ge­tre­ten.

Ich habe das gro­ße Glück, in einer siche­ren Demo­kra­tie auf­wach­sen und leben zu dür­fen. Einem Land, das mich durch sei­ne Gesell­schaft und Geschich­te zu dem Men­schen mach­te, der ich heu­te bin. In einer Gesell­schaft, die den Anspruch an sich selbst hat, tole­rant zu sein. Frei — gerecht — soli­da­risch. Eine Gesell­schaft, in der alle Men­schen das Recht haben, ihre Mei­nung zu äußern, egal wie kon­tro­vers sie sein mag. Die ihre Men­schen schützt, wenn es ihnen schlecht geht und sie för­dert, wenn es ihnen gut geht. Eine Gesell­schaft, die aber auch ihre dunk­le Geschich­te hat, wel­che eine Zeit lang eben nicht die Wer­te ver­trat, die sie heu­te aus­zeich­net. In der nicht alle Men­schen gleich waren, in der die Men­schen nicht das Recht hat­ten, ihre Mei­nung zu sagen und in der nicht alle das Recht hat­ten zu leben.

In einer Gesell­schaft zu leben, die die­se dunk­le Zeit hin­ter sich las­sen konn­te und ein Land form­te, das heu­te welt­of­fen und modern ist, macht mich unglaub­lich stolz. Ein Land, des­sen Schutz die Men­schen nun suchen, die in ihrem Land ver­folgt wer­den und nicht das Recht haben, ihre Mei­nung zu sagen. Häu­fig ver­ges­sen wir, wel­ches Glück wir haben, in einer sta­bi­len Demo­kra­tie zu leben. Viel zu selbst­ver­ständ­lich gehen wir mit unse­ren schein­bar doch nicht so selbst­ver­ständ­li­chen Wer­ten und Rech­ten um; ver­ges­sen im All­tag viel zu oft ihren Ursprung und ihre Bedeu­tung.

Wes­halb bin ich in die SPD ein­ge­tre­ten? – Ich bin in die SPD ein­ge­tre­ten, um gegen die Gleich­gül­tig­keit gegen­über Unrecht und Leid zu kämp­fen, als ein State­ment gegen das Ver­ges­sen und als eine täg­li­che, per­sön­li­che Erin­ne­rung an das, was wir haben und was wir schüt­zen müs­sen.

 

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