Siemers

In unse­rer Serie #Frei­tags­Fra­gen las­sen wir am Frei­tag jeweils Kreis­tags­kan­di­da­ten für die Kom­mu­nal­wahl am 06. Mai 2018 zu Wort kom­men. Die­ses Mal ist Lucas Sie­mers an der Rei­he und für die Jusos Her­zog­tum Lau­en­burg stellt Lucas Kelm die Fra­gen.

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Was hat dich dazu ver­an­lasst, dich poli­tisch zu enga­gie­ren?

SIEMERS: Das ist eine klas­si­sche Fra­ge, die man Poli­ti­kern stellt. Aber ich möch­te dar­auf eigent­lich nicht die klas­si­sche Ant­wort geben, nach dem Mot­to: „Weil ich etwas bewe­gen oder ver­än­dern möch­te.“. Das soll­te jeder Poli­ti­ker sowie­so wol­len.  

Ich las­se mich ungern bevor­mun­den und möch­te lie­ber die Ent­schei­dun­gen für mei­ne Gene­ra­ti­on, die Gesell­schaft und mich selbst in die Hand neh­men und las­se mir da nicht von „ver­meint­li­chen Exper­ten“ erzäh­len, was „gut für unse­re Gesell­schaft“ sein soll, wenn ich da ande­rer Ansicht bin.  

Radi­ka­le Umbrü­che im Sin­ne von: „ich wer­de alles anders machen“, will ich aber auch nicht pre­di­gen, den­noch muss sich der Staat wie­der mehr lösungs­ori­en­tiert den wirk­li­chen Pro­ble­men der Bür­ger zuwen­den und nicht neue hoch­pu­schen und schaf­fen, wo bis­her gar kei­ne waren.  

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Wor­über hät­test Du mit wel­chem Poli­ti­ker ger­ne gespro­chen?

SIEMERS: Da gibt es ziem­lich vie­le Poli­ti­ker und ziem­lich vie­le The­men, mit denen und wor­über ich ger­ne gespro­chen hät­te. Wenn ich mich da fest­le­gen müss­te, wür­de ich wohl am ehes­ten mit Napo­le­on Bona­par­te spre­chen wol­len. Für mich ist er eine der glo­rio­ses­ten und tra­gischs­ten Per­so­nen der Geschich­te. Er hat aus dem Nichts, durch viel Anstren­gung, Fleiß und Ent­schlos­sen­heit alles erreicht und muss­te sein gan­zes Leben, 24/7, wür­de man heu­te wohl sagen, dar­um kämp­fen es zu erhal­ten.  

Vor allem über zwei Facet­ten hät­te ich ger­ne inso­fern mit ihm spre­chen wol­len, als dass ich – zuge­ge­be­ner Maßen ein sehr theo­re­tisch phi­lo­so­phi­scher Ansatz – von ihm hät­te wis­sen wol­len, wor­in er die Auf­ga­be des Staa­tes sieht. Damit ich ein­schät­zen könn­te, ob der für ihn eher ein Mit­tel zum Zweck war, nach dem Mot­to: „Der Staat bin ich“, oder ob er den Staat und die Gesell­schaft immer noch über sich sah, ähn­lich wie Fried­rich der Gro­ße: „Ich bin der Die­ner des Staa­tes“. 

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Inwie­fern betrifft Dein poli­ti­sches Enga­ge­ment mein Leben im Kreis?

SIEMERS: Das kommt erst­mal dar­auf an, wo du wohnst. Das Leben der Wen­tor­fer und Wen­tor­fe­rin­nen betrifft mein Enga­ge­ment noch stär­ker, als im Rest des Krei­ses. Dort bin ich ja Par­tei­vor­sit­zen­der der SPD. Das heißt natür­lich, dass ich bei den meis­ten Ent­schei­dun­gen und damit eben auch, wie die SPD in der Gemein­de­ver­tre­tung abstimmt, ein wich­ti­ges Mit­spra­che­recht habe. Zuletzt habe ich z.B. stark dafür gewor­ben, dass wir drin­gend eine Sozi­al­raum­quo­te in Wen­torf brau­chen, um bezahl­ba­ren Wohn­raum zu schaf­fen, damit die jun­gen, wie alten Men­schen und Fami­li­en die Chan­ce bekom­men hier­zu­blei­ben. Vie­le kön­nen sich nach der Aus­bil­dung oder mit dem Ein­tritt in die Ren­te kei­ne Woh­nung mehr in Wen­torf leis­ten, geschwei­ge denn ein Haus kau­fen. Das betrifft erst­mal vom The­ma her alle, hat aber noch viel mehr Aus­wir­kun­gen als man denkt. Erst kürz­lich wies mich die Feu­er­wehr dar­auf hin, dass die Leu­te aus der Jugend­feu­er­wehr nicht hier blei­ben, weil sie kei­nen Wohn­raum fin­den. Damit fehlt der Nach­wuchs.  

Wenn du außer­halb Wen­torf wohnst, dann wird es schon schwie­ri­ger zu sagen, „genau da betrifft dich mein poli­ti­sches Enga­ge­ment.“. Das ist flä­chen­de­ckend. Z.B., wenn du nach Ham­burg möch­test und wie­der eine Stun­de auf den Bus war­ten musst oder wenn du eine gute Geschäfts­idee hast, aber nie­mand dir Geld geben will, um dich zu unter­stüt­zen oder wenn du sogar noch kei­nen Plan hast, was du beruf­lich machen möch­test und eine Jugend­be­rufs­agen­tur eine gute Mög­lich­keit wäre, um dir da zu hel­fen. Das sind alles Din­ge, die drin­gend ange­packt wer­den müss­ten und die es der­zeit noch nicht oder nicht aus­rei­chend gibt. Und damit zur Fra­ge: Wenn die SPD am 06. Mai 2018 die Wah­len hier im Kreis gewinnt, dann gäbe es sie bald und dann wür­dest du es kon­kret mer­ken, wo mein Enga­ge­ment dein Leben im Kreis betrifft.  

 

WIRTSCHAFT, FINANZEN UND VERKEHR

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KELM FÜR DIE JUSOS: Gibt es einen The­ma, das dir beson­ders am Her­zen liegt?

SIEMERS: Ich bin zwar poli­tisch, im Beruf und im pri­va­ten viel­sei­tig inter­es­siert, aber im Poli­ti­schen lege ich den Schwer­punkt ganz klar auf Wirt­schafts-, Finanz-, und Ver­kehrs­po­li­tik.  

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Und war­um hast du die die­se Schwer­punk­te aus­ge­sucht?

SIEMERS: Bei der Wirt­schafts- und Finanz­po­li­tik ist es vor allem so, dass ich fest­ge­stellt habe: Beim Geld aus­ge­ben sind alle kaum zu hal­ten und jeder hat Ide­en, was man noch för­dern, sub­ven­tio­nie­ren und bezu­schus­sen kann. Dann wird dar­um gestrit­ten, wel­che Aus­ga­ben­kom­bi­na­ti­on davon am gerech­tes­ten ist. Ich fand es viel span­nen­der zu fra­gen, wie man die Mit­tel gerecht „besor­gen“ kann. Und wenn man sich dann mit der The­ma­tik rund um Finan­zen, Haus­halt und Steu­ern etc. beschäf­tigt hat, kommt man schnell zu dem Ergeb­nis, dass die­ses Res­sort beson­ders ein­fluss­reich ist und das kleins­te Ände­run­gen und Anpas­sun­gen gro­ße flä­chen­de­cken­de Aus­wir­kun­gen haben.  

Für mich hat sich auch ein ganz neu­es Emp­fin­den erge­ben, was wirk­lich gerecht ist. Oft höre ich dann immer, dass sich der Kreis in der Haus­halts­kon­so­li­die­rung, also einen erzwun­ge­nen Spar­kurs, befin­det und des­we­gen ja wenig zu machen sei. Das ist zwar rich­tig – und mit Geld aus­ge­ben ist da dann auch nicht so wahn­sin­nig viel, aber auch eine Haus­halts­kon­so­li­die­rung kann man fair gestal­ten. 

Bei er Ver­kehrs­po­li­tik ist es etwas anders. Da habe ich mich erst mit befasst, als bei uns im Ort die Linie 235 in ihrer Tak­tung und Rou­ten­füh­rung stark ein­ge­schränkt wur­de. Das hat mich und auch vie­le Bür­ger mas­siv gestört. Wen­torf leis­tet sich beim The­ma Ver­kehr nun wirk­lich kei­nen Luxus für 13.500 Ein­woh­ner. Wir haben kei­ne Bahn­sta­ti­on und streng genom­men nur die­se eine Bus­li­nie. Jahr­zehn­te war Wen­torf mit bes­ser Lini­en­füh­rung und häu­fi­ge­rer Tak­tung ange­schlos­sen und unse­re Ein­woh­ner­zahl ist seit dem Weg­zug der Bun­des­wehr um über 25% ange­stie­gen und dann soll die Ver­bin­dung mit dem einen Bus ver­rin­gert wer­den. Das kann kein Bür­ger ver­ste­hen. Da gibt es auch nichts zu ver­ste­hen – hier darf der Bür­ger mehr erwar­ten.

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Ist das The­ma Finan­zen nicht etwas tro­cken?

SIEMERS: Für man­che bestimmt. Für mich nicht. Dort wer­den die Wei­chen für das jewei­li­ge Jahr gestellt. Wenn die schon falsch lau­fen, ist der Rest nur noch Scha­dens­be­gren­zung.

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Aber sind die Wäh­ler mit den The­men dafür zu begeis­tern für Dich und die SPD zu stim­men?

SIEMERS: Das auf jeden Fall. Zuerst muss man ja auch sagen, dass ich ja nicht nur für die­se Berei­che, son­dern für das gesam­te SPD-Wahl­pro­gramm wer­be. Wir haben in den unter­schied­lichs­ten Berei­chen vie­le Exper­ten.  

Aber trotz­dem kann man gera­de damit die Wäh­ler begeis­tern. Trotz spru­deln­der Steu­er­ein­nah­men, die jeden Monat in der Tages­schau ver­kün­det wer­den, geht es dem Kreis und vie­len Kom­mu­nen rela­tiv schlecht, was die Finanz­la­ge angeht. Für vie­le wich­ti­ge Pro­jek­te und Inves­ti­tio­nen vor Ort fehlt das Geld.  

Dem Kreis geht es in die­sem Jahr aller­dings bes­ser als gedacht. Des­we­gen ist die Sen­kung der Kreis­um­la­ge unbe­dingt not­wen­dig gewe­sen. Das gibt den Kom­mu­nen etwas Luft. Dabei darf es aber nicht blei­ben. Wir müs­sen da dran blei­ben. Ganz vie­le Din­ge wer­den in den Städ­ten und Gemein­den ent­schie­den – hier ent­ste­hen die Kos­ten. Der Kreis darf sich nicht an die Ein­nah­men gewöh­nen, denn auch wenn er sei­ne Finanz­mit­tel aus den Gemein­den erhält, finan­zie­ren die sich wie­der über erhöh­te Steu­ern. Somit trifft es auch den Bür­ger, zumin­dest mit­tel­bar. Daher ist es ganz wich­tig zu schau­en, wie viel Geld der Kreis wirk­lich braucht und beim Rest die Kom­mu­nen zu ent­las­ten. Das hilft den Men­schen wirk­lich. Die Kom­mu­nen wer­den mehr Mit­tel zur Ver­fü­gung haben und kön­nen ent­we­der not­wen­di­ge Inves­ti­tio­nen durch­füh­ren, wie z.B. die Sanie­rung von Stra­ßen und Wegen, den Anbau einer Schu­le oder sie kön­nen auch mal zur Sen­kung der Steu­ern über­ge­hen.  

Beim The­ma Ver­kehr kann man sogar noch viel bes­ser sehen, was die Men­schen stört.  

Glück­li­cher­wei­se haben inzwi­schen rela­tiv vie­le Jusos in der Par­tei, die auch aktiv mit­ma­chen. Das sorgt aber immer für ein zen­tra­les Pro­blem: Wir müs­sen Räum­lich­kei­ten fin­den, die für alle zumut­bar erreich­bar sind. Und das auch mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln. Das ist in unse­rem Kreis lei­der gar nicht so ein­fach. Ver­such mal einen JUSO aus Rat­ze­burg und Wen­torf bei Ham­burg an einen zumut­ba­ren Ort zusam­men­zu­brin­gen.  

Man hat in den Städ­ten und Gemein­den das Pro­blem auch erkannt und ver­sucht immer wie­der hier noch eine Sta­ti­on mehr und dann macht der Bus dort noch eine Schlen­ker in die­se Stra­ße, aber es wäre drin­gend nötig zu schau­en: von wo nach wo lau­fen die Strö­me, ers­tens in den Gemein­den und Städ­ten und dann zwei­tens zwi­schen den Städ­ten und Gemein­den. Anschlie­ßend muss man ein umfas­sen­des neu­es Ver­kehrs­kon­zept auf­le­gen und den ÖPNV über­pla­nen. Nur so kann der Kreis auch die jun­gen Men­schen hier hal­ten, die nach der Schu­le in Ham­burg, Lübeck usw. stu­die­ren wol­len.  

In einem Flä­chen­kreis wie unser nun mal einer ist, ist eine gute ÖPNV Aus­stat­tung inner­halb des Krei­ses, aber auch nach Ham­burg und Lübeck über­le­bens­wich­tig. Wir dür­fen da nicht durch Nichts­tun abge­hängt wer­den. 

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Ist der Kreis mit Schwar­zen­bek und Büchen, die eine Bahn­an­bin­dung nach Ham­burg haben, nicht eigent­lich rela­tiv gut auf­ge­stellt?

SIEMERS: Ja, das kann man so sehen. Der Anspruch, den die Bür­ger aber an ihren Kreis stel­len dür­fen ist nicht rela­tiv okay zu sein, son­dern rich­tig gut zu sein. Und da hat der Kreis Nach­hol­be­darf. Der letz­te Kreis­tag hät­te da viel mehr tun müs­sen. Auch mit knap­pen Kas­sen. Wenn man in die Stra­ßen, Wege und den ÖPNV inves­tiert, dann inves­tiert man in die Wirt­schaft und die Zukunft des Krei­ses. Wenn man sich mit den Men­schen, Ver­ei­nen, Ver­bän­den und Orga­ni­sa­tio­nen im Kreis unter­hält, dann wird einem immer wie­der erzählt, dass sie die Men­schen hier nicht hal­ten kön­nen, weil sie ent­we­der kei­ne bezahl­ba­ren Wohn­raum fin­den oder weil sie wegen der schlech­ten Anbin­dung nicht in Ham­burg stu­die­ren und hier woh­nen kön­nen. Der Kreis schafft es nicht, zen­tra­le Orte mit soli­der Anbin­dung an die Groß­stadt zu bil­den und gleich­zei­tig die umlie­gen­den Gemein­den und Dör­fer ent­spre­chend an die­se zen­tra­len Orte anzu­bin­den. Das sind ver­pass­te Chan­cen für unse­ren Kreis.  

 

TAG DER ENTSCHEIDUNG

KELM FÜR DIE JUSOS: Zuletzt noch die Fra­ge, ob du glaubst, dass die SPD am sechs­ten Mai die Kom­mu­nal­wahl gewinnt, wenn man auf die aktu­el­len Umfra­gen im Bund schaut?

SIEMERS: Ja. Da bin ich ganz sicher. Im Kreis gibt es vie­le Pro­ble­me die drin­gend bear­bei­tet wer­den müs­sen. Und die Mehr­heit aus CDU und FDP hat es die letz­ten Jah­re nicht hin­be­kom­men eine Wen­de für unse­ren Kreis ein­zu­lei­ten. Dort tre­ten haupt­säch­lich wie­der die­sel­ben Kan­di­da­ten an. Also war­um soll­te es die nächs­ten fünf Jah­re anders sein? Die SPD bie­tet vier neue, dyna­mi­sche, jun­ge und kom­pe­ten­te Kan­di­da­ten, quer durch den Kreis an. Wer will, dass die Pro­ble­me im Kreis end­lich ange­packt wer­den und wer den Kreis end­lich nach vor­ne brin­gen will, der muss die­sen Kan­di­da­ten am sechs­ten Mai sei­ne Stim­me geben.  

Ein­stein defi­nier­te Wahn­sinn mal so: Immer das Glei­che tun und ande­re Ergeb­nis­se erwar­ten. Hier gilt das glei­che. Die Poli­tik der CDU und FDP wird sich nicht ändern und damit wird sich im Kreis nichts ändern.

 

HINWEIS: Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu inhalt­li­chen For­de­run­gen erhal­ten Sie hier. Alter­na­tiv kön­nen Sie sich ger­ne auch per­sön­lich bei uns mel­den. Wir freu­en uns.

Hüllen fallen lassen

„Par­tei­en und Par­la­men­te wir­ken auf vie­le immer sehr ent­fernt vom All­tag vor Ort. Als jun­ge SPD-Kan­di­da­ten schla­gen Lucas Sie­mers, Immo Brau­ne, Mat­t­his Hack und mei­ne Wenig­keit einen ande­ren, etwas unge­wöhn­li­chen Weg ein. Wir las­sen im über­tra­ge­nen Sin­ne alle Hül­len fal­len“, kün­digt der Juso-Kreis­vor­sit­zen­de Cal­vin Fromm an und führt aus:

„‚Trans­pa­renz‘ ist das Stich­wort“. Auf unse­rer Web­site unter www.jusos-rz.de haben wir unse­re Kon­takt­da­ten für alle trans­pa­rent ver­öf­fent­licht. Wer uns errei­chen möch­te, kann uns errei­chen. Egal ob tele­fo­nisch, per E-Mail, via Whats­App oder die sozia­len Medi­en: Wir sind und blei­ben ansprech­bar.“

Der SPD-Kreis­tags­kan­di­dat Immo Brau­ne ergänzt: „Wer Poli­tik für alle machen möch­te, muss auch für alle erreich­bar. Der klas­si­sche Info­stand auf dem Wochen­markt kann die­se Funk­ti­on schon lan­ge nicht mehr allei­ne erfül­len.“

 

DIE KANDIDATEN IM EINZELNEN:

 

Braune

In unse­rer Serie #Frei­tags­Fra­gen las­sen wir am Frei­tag jeweils Kreis­tags­kan­di­da­ten für die Kom­mu­nal­wahl am 06. Mai 2018 zu Wort kom­men. Die­ses Mal ist Immo Brau­ne an der Rei­he und für die Jusos Her­zog­tum Lau­en­burg stellt Edu­ard Ver­k­hovs­kyy die Fra­gen.

 

VERKHOVSKYY FÜR DIE JUSOS: Du bist Kan­di­dat der SPD für die kom­men­den Kom­mu­nal­wah­len am 06. Mai im Wahl­kreis Lau­en­burg, Lütau und Büchen. Stell Dich doch bit­te ein­mal kurz vor.

BRAUNE: Ger­ne! Ich kom­me aus der wun­der­schö­nen Stadt Lau­en­burg, dem Süd­bal­kon Schles­wig-Hol­steins und bin 27 Jah­re alt. Beruf­lich stu­die­re ich die Fächer Eng­lisch und Geschich­te auf Gym­na­si­al­lehr­amt. Neben­be­ruf­lich arbei­te ich für die SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Nina Scheer. Mei­ne Frei­zeit ver­brin­ge ich u.a. ger­ne auf dem Rad, an den Strick­na­deln oder auch bei Brett- und Video­spie­len.

 

UMWELT

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VERKHOVSKYY FÜR DIE JUSOS: Du trittst mit dem The­ma Umwelt an – das erscheint mir auf den ers­ten Blick etwas unge­wöhn­lich für einen Sozi­al­de­mo­kra­ten. Woher kommt das Inter­es­se für die­ses eher unty­pi­sche Poli­tik­feld?

BRAUNE: Das kann ich ver­ste­hen, vie­le den­ken dabei sofort an Krö­ten­wan­de­run­gen und an Men­schen, die sich an Bäu­me ket­ten. Was mich mit die­sem Kli­schee ver­bin­det, ist, wenn über­haupt, mei­ne Lei­den­schaft für das Stri­cken. Aber mal im Ernst: In Zei­ten des beschleu­nig­ten Kli­ma­wan­dels wird das The­ma Umwelt zu einer Fra­ge der Gerech­tig­keit, was wie­der­um ein ur-sozi­al­de­mo­kra­ti­sches The­ma ist. Mil­lio­nen Men­schen wer­den vom Kli­ma­wan­del bedroht, auch in Deutsch­land. Immer extre­me­re Wet­ter­er­eig­nis­se for­dern auch bei uns immer mehr Opfer. Aber auch der Spa­zier­gang durch den Park ist ein Umwelt­the­ma: Natur­räu­me in der Stadt haben einen unglaub­lich hohen Nut­zen für die Men­schen, aber auch für die Tier- und Pflan­zen­welt, und ich bin über­zeugt davon, dass alle etwas dafür tun kön­nen, dass wir auch in Zukunft unbe­schwert Zeit drau­ßen ver­brin­gen kön­nen. Um es mit einem Film­zi­tat zu sagen: „Ich fin­de, es sind die klei­nen Din­ge, all­täg­li­che Taten von gewöhn­li­chen Leu­ten, die die Dun­kel­heit auf Abstand hal­ten.“ 

 

VERKHOVSKYY FÜR DIE JUSOS: Das klingt ja ganz nett, aber was wür­dest Du kon­kret ändern wol­len?

BRAUNE: Ich wür­de bspw. das Poten­ti­al für erneu­er­ba­re Ener­gi­en voll aus­rei­zen wol­len. Jede Watt­stun­de, die aus rege­ne­ra­ti­ven statt aus kon­ven­tio­nel­len Ener­gie­quel­len gewon­nen wird, ist eine gute Watt­stun­de. Dass die­ser Pro­zess dabei aber im Ein­klang mit der Bevöl­ke­rung gesche­hen muss, ist für mich selbst­ver­ständ­lich. Ich bin mir sicher, dass alle davon über­zeugt wer­den kön­nen. Denn wir dür­fen eins nicht ver­ges­sen: Wenn wir die Luft anhal­ten müs­sen, um zu über­le­ben, kann man kei­ne Land­schaft genie­ßen und auch kein Geld zäh­len. 

Für mich gibt es für die kom­mu­na­le Ebe­ne im All­ge­mei­nen, also Städ­te, Gemein­den und auch der Kreis, aber vor allem drei Ansatz­punk­te: Mobi­li­tät, Städ­ti­sches Grün und Ener­gie. Und in jedem die­ser Berei­che gibt es klei­ne und gro­ße Maß­nah­men, die zum Erfolg füh­ren.

 

VERKHOVSKYY FÜR DIE JUSOS: Stich­wort Mobi­li­tät: Ein ande­res Dei­ner Kern­the­men ist der Ver­kehr. Die aktu­el­len Regie­rungs­par­tei­en FDP und CDU haben mit dem Ver­spre­chen, Stra­ßen zu sanie­ren, bei der letz­ten Wahl vie­le Wäh­ler­stim­men gewon­nen. Was sind hier Dei­ne Vor­stel­lun­gen?

BRAUNE: Ich kon­zen­trie­re mich auf jeden Fall nicht auf die Stra­ßen­sa­nie­rung oder gar den Stra­ßen­neu­bau, das ist viel zu kurz gedacht und hat etwas Popu­lis­ti­sches. Der Ver­kehr der Zukunft wird nicht mehr indi­vi­du­ell gestal­tet sein, son­dern kol­lek­tiv. Das heißt kon­kret: Das per­sön­li­che Auto ver­liert an Bedeu­tung, die Nut­zung von alter­na­ti­ven Fort­be­we­gungs­mög­lich­kei­ten wird zuneh­men. Als poli­tisch akti­ver Mensch set­ze ich mich daher dafür ein, dass Fahr­rad­we­ge aus­ge­baut wer­den und mehr Ver­kehrs­raum für das Rad bereit­ge­stellt wird, sowohl wenn es fährt als auch wenn es steht. Dies ist natür­lich nur ein Teil­as­pekt, aber ein sehr bei­spiel­haf­ter: Ein mit dem Auto zurück­ge­leg­ter Kilo­me­ter kos­tet der Gesell­schaft im Schnitt 0,15 € bzw. 0,27 € im Berufs­ver­kehr, ein mit dem Fahr­rad zurück­ge­leg­ter Kilo­me­ter hin­ge­gen hat einen gesell­schaft­li­chen Wert von 0,16 €. Von den Kos­ten für den ein­zel­nen ganz zu schwei­gen! Die­ser Umstieg kann aber nicht von oben ver­ord­net wer­den. Damit ein Umden­ken in der Gesell­schaft statt­fin­det, müs­sen auch schon die Kleins­ten ler­nen, wie man schnell, aber effi­zi­ent von A nach B kommt. 

 

BILDUNG

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VERKHOVSKYY FÜR DIE JUSOS: Da kommt der ange­hen­de Leh­rer durch, aber nicht nur beruf­lich, son­dern auch poli­tisch inter­es­siert dich das The­ma Bil­dung. Auch hier konn­te die aktu­el­le Lan­des­re­gie­rung mit dem Umstieg von G8 auf G9 punk­ten. Wie möch­test Du hier Akzen­te set­zen?

BRAUNE: Ich fin­de es gut, dass das Abitur gene­rell nach 9 Jah­ren gemacht wer­den soll, fin­de die Dis­kus­si­on dar­um aber unsäg­lich: Auch unter der SPD-geführ­ten Küs­ten­ko­ali­ti­on war es mög­lich, das Abitur nach 9 Jah­ren zu machen, aber eben v.a. an Gemein­schafts­schu­len. Dass die CDU hier ihre eige­ne Ent­schei­dung kor­ri­giert, ist lobens­wert, sie ist damit aber mei­nes Erach­tens nach nicht ehr­lich mit umge­gan­gen und hat wie­der Ängs­te geschürt, wo es kei­nen Grund dafür gab. 

Ins­ge­samt emp­fin­de ich die Bil­dungs­dis­kus­sio­nen häu­fig als am The­ma vor­bei­ge­führt: Ger­ne wird Pla­ka­ti­ves, wie klei­ne­re Klas­sen­grö­ßen, gefor­dert, aber sel­ten etwas wirk­lich Effi­zi­en­tes. Wenn man sich die Stu­di­en anschaut, kommt man immer zu einem Schluss: Die Lehr­kraft macht den Unter­schied zwi­schen einem guten und einem schlech­ten Unter­richt aus. Mei­ne For­de­rung ist daher, dass sich mehr um die Aus­bil­dung ange­hen­der Leh­re­rin­nen und Leh­rer geküm­mert wird, um von vorn­her­ein gute Lehr­kräf­te zu bekom­men. Wir hier im Kreis und an den Schul­stand­or­ten müs­sen dann dafür sor­gen, dass wir die bes­ten Leh­re­rin­nen und Leh­rer hier­her bekom­men, um best­mög­li­che Bil­dung zu ermög­li­chen. Wir müs­sen deut­lich machen, dass das Her­zog­tum lebens- und lie­bens­wert ist. 

 

VERKHOVSKYY FÜR DIE JUSOS: Zum Abschluss noch eine all­ge­mei­ne­re Fra­ge: War­um soll­te man Dich und die SPD am 06. Mai wäh­len?

BRAUNE: Mit der SPD bekommt man eine Par­tei, die nah an der Sache dran ist, die tief ver­wur­zelt in der Regi­on ist und daher zuhört, ver­steht und alles Men­schen­mög­li­che tut, das bes­te für die Men­schen hier umzu­set­zen. Bei uns wird um die bes­ten Lösun­gen gerun­gen und dis­ku­tiert, zuwei­len auch gestrit­ten, aber nie­mals ein­fach nur abge­nickt. Wir als Par­tei, aber auch ich als Kan­di­dat, ori­en­tie­ren uns dabei nicht an den Lich­tern vor­bei­fah­ren­der Schif­fe, son­dern navi­gie­ren nach den Ster­nen. Kurz gesagt: Eine Mischung aus Prag­ma­tis­mus und Idea­lis­mus bringt unse­ren Kreis vor­an. Ich weiß, was ich will, und ich weiß, wovon ich mich lei­ten las­se.

 

HINWEIS: Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu inhalt­li­chen For­de­run­gen erhal­ten Sie hier. Alter­na­tiv kön­nen Sie sich ger­ne auch per­sön­lich bei uns mel­den. Wir freu­en uns.

Hack

In unse­rer Serie #Frei­tags­Fra­gen las­sen wir am Frei­tag jeweils Kreis­tags­kan­di­da­ten für die Kom­mu­nal­wahl am 06. Mai 2018 zu Wort kom­men. Die­ses Mal ist Mat­t­his Hack an der Rei­he und für die Jusos Her­zog­tum Lau­en­burg stellt Lena Kelm die Fra­gen.

 

KELM FÜR DIE JUSOS: War­um bist du der SPD bei­ge­tre­ten?

HACK: Nach der Schul­zeit wur­de mei­ne eige­ne Welt grö­ßer. Ich habe mich zuvor schul­po­li­tisch enga­giert und mit dem wach­sen­den Umfeld wuchs auch der Wunsch sich ein­zu­brin­gen. Der ein­fachs­te Weg, poli­tisch zu gestal­ten, ist wohl der in einer Par­tei. Die Fra­ge wel­che Par­tei stell­te sich kaum, sie war durch Fami­lie, Freun­de und Über­zeu­gung bereits beant­wor­tet, denn ich glau­be, dass nur eine fai­re Gesell­schaft eine sta­bi­le Gesell­schaft ist.  

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Du hast dich für ein recht unge­wöhn­li­ches Stu­di­um ent­schie­den. Ita­lie­nisch. War­um?

HACK: Ich habe mich zuvor an Elek­tro- und Infor­ma­ti­ons­tech­nik ver­sucht, doch mich nicht dar­in wie­der gefun­den. Also muss­te ich mich erneut umschau­en. Ich kam über Lite­ra­tur und den Wunsch viel Umgang mit Men­schen zu haben auf Ita­lie­nisch. Wie man sich ver­mut­lich den­ken kann, wird auch im Stu­di­um einer Spra­che viel geschnackt. Alles in allem bin ich sehr zufrie­den mit mei­ner Ent­schei­dung.  

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Was soll­te die Kom­mu­nal­po­li­tik in unse­rem Kreis errei­chen?

HACK: Mir liegt am Her­zen den Kreis mit der Zeit zu bewe­gen, ohne aber in der Metro­po­le Ham­burg ein­fach unter zu gehen. Es geht mir dar­um unse­ren Kreis auch in Zukunft als schö­ne Hei­mat zu behal­ten und zu ermög­li­chen. Mit mei­nen The­men­schwer­punk­ten auf Bau und Sozia­les will ich die­ses Ziel zu errei­chen.  

 

BEZAHLBARER WOHNRAUM

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KELM FÜR DIE JUSOS: War­um siehst du Hand­lungs­be­darf durch den Kreis was Wohn­raum angeht?

HACK: Im Zeit­raum zwi­schen 2009 und 2016 ist die Bevöl­ke­rung unse­res Krei­ses um rund 8000 Ein­woh­ner gestie­gen. Eine nicht uner­heb­li­che Rol­le spielt dabei unse­re Lage in der Metro­pol­re­gi­on Ham­burg. Mit der Nach­fra­ge nach Wohn­raum ist aber nicht ent­spre­chend das Ange­bot an vor allem auch bezahl­ba­rem Wohn­raum gestie­gen. Wir sehen nun den Kreis in der Ver­ant­wor­tung die­sem Defi­zit ent­ge­gen zu wir­ken.  

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Wie soll­te der Kreis in den Woh­nungs­markt ein­grei­fen?

HACK: Wir wol­len Azu­bi- und Stu­den­ten­woh­nun­gen auf den Weg brin­gen. Jun­ge Men­schen, die noch nicht fest im Beruf ste­hen, haben nicht die Mög­lich­kei­ten auf dem Woh­nungs­markt zu kon­kur­rie­ren, aber auch gera­de die­se Men­schen sind wich­tig für uns im Kreis. Es soll­te uns am Her­zen lie­gen, das Aus­bil­dung nicht zum Weg­zie­hen zwingt, wenn wir Bil­dung und Qua­li­fi­ka­ti­on im Kreis behal­ten wol­len. Sobald die Woh­nun­gen auf den Weg gebracht sind, ist der Bau von Azu­bi- und Stu­den­ten­wohn­hei­men zu prü­fen. 

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Und wie sieht es mit Woh­nun­gen für nicht Azu­bis oder Stu­den­ten aus?

HACK: Wir wol­len bei der Bau­pla­nung anset­zen und for­dern eine Quo­te für bezahl­ba­ren Wohn­raum. Wir wol­len min­des­tens 20% ab einer Anzahl von 20 Wohn­ein­hei­ten. Auf den Dör­fern wird man gege­be­nen­falls Aus­nah­men machen müs­sen. Des Wei­te­ren wol­len wir auch in der öffent­li­chen Hand kom­mu­na­le Woh­nungs­be­stän­de. 

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Woh­nun­gen im Besitz des Krei­ses klin­gen nach einem immensen Kos­ten­fak­tor. Wie soll die­ser bewäl­tigt wer­den?

HACK: Durch eine Koope­ra­ti­on mit bestehen­den Bau­ge­sell­schaf­ten. Kon­kret durch die güns­ti­ge Abga­be von Bau­land und im Gegen­zug den Bau von Wohn­raum für den Kom­mu­na­len Bedarf. In der Zusam­men­ar­beit sehen wir die Mög­lich­keit dem Defi­zit Abhil­fe zu schaf­fen. Um auch mit zukünf­ti­gen Ände­run­gen umzu­ge­hen, wird eine Bedarfs­ana­ly­se nötig.

 

HINWEIS: Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu inhalt­li­chen For­de­run­gen erhal­ten Sie hier. Alter­na­tiv kön­nen Sie sich ger­ne auch per­sön­lich bei uns mel­den. Wir freu­en uns.

Fromm

In unse­rer Serie #Frei­tags­Fra­gen las­sen wir am Frei­tag jeweils Kreis­tags­kan­di­da­ten für die Kom­mu­nal­wahl am 06. Mai 2018 zu Wort kom­men. Die­ses Mal ist Cal­vin Fromm an der Rei­he und für die Jusos Her­zog­tum Lau­en­burg stellt Pas­cal Hay die Fra­gen.

 

HAY FÜR DIE JUSOS: Fan­gen wir mit etwas Grund­le­gen­dem an. Was soll Poli­tik denn über­haupt?

FROMM: Poli­tik ist die Gestal­tung unse­res Gemein­we­sens. Sie hat damit von der Kin­der­ta­ges­stät­te und der Schu­le über den Beruf bis in den Ruhe­stand Aus­wir­kun­gen auf unser aller Leben. Es geht um die Fra­ge, wie wir als Volk in unse­rem Staat zusam­men­le­ben möch­ten.  

Im Gegen­satz zu Auto­kra­ti­en oder Olig­ar­chi­en wird die­se Fra­ge in einer Demo­kra­tie wie der unse­ren nicht von einer Ein­zel­per­son oder einem klei­nen Zir­kel beant­wor­tet. Viel­mehr ist die Wil­lens­bil­dung über Wah­len auf das Volk als eigent­li­chem Sou­ve­rän zurück­zu­füh­ren. Aus die­sem Grund ist sowohl einer Kom­mu­nal­wahl im Klei­nen als auch eine „gro­ße“ Bun­des­tags­wahl eine hohe Bedeu­tung bei­zu­mes­sen. Die Wah­len bestim­men die Poli­tik der nächs­ten Jah­re.  

Für Sozi­al­de­mo­kra­tin­nen und Sozi­al­de­mo­kra­ten wie mei­ne Wenig­keit kann eine Demo­kra­tie dabei nur eine sozia­le Demo­kra­tie sein. Die Frei­heit ein­zel­ner und ein sozia­les Staats­we­sen sind mit­ein­an­der in Aus­gleich zu brin­gen. So ist es bereits in unse­rer Ver­fas­sung – dem Grund­ge­setz – ange­legt. 

 

SOZIALE SICHERHEIT

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HAY FÜR DIE JUSOS: Eine Demo­kra­tie müs­se sozi­al sein. Pro­vo­ka­tiv gefragt: Das heißt, dass Du ein Sozi­al­ro­man­ti­ker bist?

FROMM: Man­che kon­ser­va­ti­ven Christ­de­mo­kra­tin­nen und Christ­de­mo­kra­ten oder Libe­ra­le mögen zwar zum Teil den Ein­druck ver­mit­teln, ein sozia­les Staats­we­sen sei eher ein ner­vi­ger Kos­ten­fak­tor. Als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Sozi­al- und Kul­tur­aus­schus­ses der Stadt Schwar­zen­bek erin­ne­re ich mich bei­spiels­wei­se nur zu gut an die unsäg­li­chen Dis­kus­sio­nen ins­be­son­de­re mit der CDU und der FDP, die bedürf­ti­gen Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­gern ohne hin­rei­chen­den Grund finan­zi­el­le Mit­tel für das so genann­te „Weih­nachts­hilfs­werk“ kür­zen woll­ten. Ich ste­he die­ser Art von Poli­tik dia­me­tral ent­ge­gen und wenn ich des­halb ein Sozi­al­ro­man­ti­ker sein soll, habe ich mit der Bezeich­nung kein Pro­blem.  

Mit dem Funk­tio­nie­ren der Sozi­al­po­li­tik steht und fällt vie­les. Eine gelun­ge­ne Sozi­al­po­li­tik soll die Chan­ce auf ein selbst­be­stimm­tes Leben bie­ten. Dazu gehört für mich auch die Bil­dungs­po­li­tik. Die­ser Poli­tik­be­reich wird wie vie­le ande­re auf die Her­aus­for­de­run­gen der Digi­ta­li­sie­rung reagie­ren müs­sen. Als Schul­trä­ger sind die Kom­mu­nen in der Ver­ant­wor­tung, für die bes­te Aus­stat­tung in den Schu­len zu sor­gen. Der Zugang zu moder­nen Medi­en in Schu­len ist die Vor­aus­set­zung dafür, dass der Umgang damit rich­tig ver­mit­telt wer­den kann. Als Schwar­zen­be­ker SPD haben wir uns die­ses Ziel auf die Fah­ne geschrie­ben: bes­te Bil­dung für Kin­der und Jugend­li­che.

 

HAY FÜR DIE JUSOS: Was ist bei­spiels­wei­se eine der For­de­run­gen im Bereich der Sozi­al­po­li­tik?

FROMM: Jugend­li­chen möch­ten wir den Weg auf den Arbeits­markt ermög­li­chen. Wir unter­stüt­zen die Bestre­bun­gen zur Ein­rich­tung einer Jugend­be­rufs­agen­tur. Gleich­wohl darf es sich nicht um eine „klas­si­sche“ Jugend­be­rufs­agen­tur han­deln. Spe­zi­ell im Flä­chen­kreis ist eine auf­su­chen­de Jugend­be­rufs­agen­tur erfor­der­lich. Die­se muss an die beson­de­ren Gege­ben­hei­ten eines Flä­chen­krei­ses ange­passt wer­den, indem sowohl im Nord- als auch im Süd­kreis zen­tra­le Anlauf­stel­len bestehen und ein mobi­les Team im gesam­ten Kreis abwech­selnd ansprech­bar ist. Eine Schü­le­rin oder ein Schü­ler aus Rat­ze­burg darf nicht den gan­zen Weg nach Geest­hacht auf sich neh­men müs­sen oder umge­kehrt. Bei die­ser spe­zi­el­len Ziel­grup­pe heißt es, zur Kund­schaft zu kom­men und nicht die Kund­schaft kom­men zu las­sen.

Ergän­zend ist fer­ner das Ange­bot eines „Online-Aus­bil­dungs­at­las“ sei­tens der Jugend­be­rufs­agen­tur in Zusam­men­ar­beit mit der WFL zu erar­bei­ten. Auf­ge­führt wer­den sol­len Prak­ti­ka, Aus­bil­dungs­plät­ze und Arbeits­plät­ze. Das Hal­ten von Fach­kräf­ten, der Weg in eine Beschäf­ti­gung und die För­de­rung der Wirt­schaft kön­nen dadurch unter­stützt wer­den. 

 

WIRTSCHAFTLICHE DYNAMIK

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HAY FÜR DIE JUSOS: Du möch­test den Weg auf den Arbeits­markt ebnen, lässt aber von der Wirt­schaft die Fin­ger?

FROMM: Das Gegen­teil ist der Fall. Mir per­sön­lich ist das The­ma „Wirt­schaft“ ein gro­ßes Anlie­gen, weil es ins­be­son­de­re die Jugend betrifft. Sei es die Suche nach einem leis­tungs­ge­recht ent­lohn­ten Arbeits­platz, eine nach­hal­ti­ge Finan­zie­rung der öffent­li­chen Hand im Sin­ne der Gene­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit oder Inves­ti­tio­nen in die Zukunft unse­res Land: in allen Fäl­len merkt die Jugend als ers­tes die Aus­wir­kun­gen. Gera­de in den letz­ten Jah­ren der Kon­so­li­die­rung wur­de auf die­sem The­men­ge­biet deut­lich, dass es den ande­ren Par­tei­en deut­lich an Wirt­schafts­kom­pe­tenz man­gelt. Die ein­zi­ge Ant­wort, die sie gaben, waren Kür­zun­gen aller Art. Wir mei­nen hin­ge­gen, dass eine star­ke Wirt­schaft sowohl den Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mern als auch der Öffent­lich­keit nützt.

Für die Sozi­al­de­mo­kra­tie muss unse­re Markt­wirt­schaft dabei eine sozia­le Markt­wirt­schaft blei­ben. Daher gilt es, wirt­schaft­li­che Dyna­mik und sozia­le Sicher­heit mit­ein­an­der zu ver­ein­ba­ren. Ange­sichts der immensen Her­aus­for­de­run­gen der Glo­ba­li­sie­rung, des demo­gra­fi­schen Wan­dels und der Digi­ta­li­sie­rung für unse­re Wirt­schaft ist die­ses Leit­bild wich­ti­ger denn je. 

 

HAY FÜR DIE JUSOS: Nun wer­de end­lich kon­kret. Was hast Du im Bereich der Wirt­schaft vor?

FROMM: Neben der Ansie­de­lung und dem Erhalt bestehen­der Unter­neh­men muss die Grund­la­ge für eine Grün­der­kul­tur im Kreis gelegt wer­den. Wenn ein jun­ger Mensch eine inno­va­ti­ve Idee hat und ein Start-up grün­den möch­te, ist er heu­te noch auf­ge­schmis­sen. Es darf nicht sein, dass nur Rei­che mit einem gro­ßen Geld­beu­tel die Mög­lich­keit zu Exis­tenz­grün­dun­gen haben. 

Eine Grün­der­kul­tur lässt sich aller­dings nicht am Reiß­brett pla­nen. Des­halb for­dern wir zur Stär­kung vor­han­de­ner Struk­tu­ren die Ent­wick­lung einer Inno­va­ti­ons­clus­ter-Stra­te­gie. Anknüp­fen lie­ße sich an das Geest­hach­ter Inno­va­tions- und Tech­no­lo­gie­zen­trum, an dem mit der WFL und der Kreis­spar­kas­se Her­zog­tum Lau­en­burg bereits wesent­li­che Akteu­re des Krei­ses betei­ligt sind. Unter Ein­be­zie­hung des Helm­holtz-Zen­trum Geest­hacht könn­ten sich Syn­er­gie­ef­fek­te im Rah­men einer ganz­heit­li­chen Stra­te­gie nut­zen las­sen. Ein eige­nes För­der­instru­men­ta­ri­um für Start-ups ist in dem Zusam­men­hang uner­läss­lich. Zu den­ken ist bei­spiels­wei­se an zins­lo­se Grün­der­dar­le­hen und Mikro­kre­di­te bis hin zu Ven­ture-Capi­tal.

 

ZURÜCK ZUM ANFANG

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HAY FÜR DIE JUSOS: Es hört sich alles posi­tiv an. War­um soll­ten die Leu­te aber gera­de dich wäh­len?

FROMM: Der Wert der han­sea­ti­schen Beschei­den­heit hat etwas für sich, wes­halb ich mich lie­ber ein­mal mög­lichst sach­lich vor­stel­len möch­te: Als Kan­di­dat für die Kom­mu­nal­wahl am 06. Mai 2018 wer­be ich um das Ver­trau­en der Schwar­zen­be­ke­rin­nen und Schwar­zen­be­ker, mich für Ihre Inter­es­sen stark machen zu dür­fen. Mit mei­nem Alter von 22 Jah­ren und gleich­zei­tig einem hal­ben Jahr­zehnt poli­ti­schem Enga­ge­ment ist es mir ein Anlie­gen, inno­va­ti­ve Ide­en mit gewach­se­ner poli­ti­scher Erfah­rung zu ver­bin­den. Dass ich seit 20 Jah­ren in die­ser Stadt lebe, hier die wesent­li­chen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen besucht habe und Schwar­zen­bek ent­spre­chend wie mei­ne Wes­ten­ta­sche ken­ne, sorgt dabei sicher­lich für die nöti­ge Erdung in der Stadt.

Der­zeit stu­die­re ich Rechts­wis­sen­schaft an der Uni­ver­si­tät Ham­burg mit den Schwer­punk­ten Han­dels- und Gesell­schafts­recht sowie Sozi­al­recht mit arbeits­recht­li­chen Bezü­gen. Dies spie­gelt sich auch in mei­nem poli­ti­schen Enga­ge­ment wider, wo ich mich in Schwar­zen­bek als stellv. Vor­sit­zen­der im Sozi­al- und Kul­tur­aus­schuss und als stellv. Mit­glied im Finanz­aus­schuss ein­brin­gen konn­te.

Neben dem Stu­di­um und poli­ti­schen Enga­ge­ment kann ich u.a. bei der Betä­ti­gung im Sport­ver­ein neue Kraft tan­ken. Mit mei­ner lang­jäh­ri­gen Ver­eins­mit­glied­schaft geht das Wis­sen ein­her, dass gera­de das unter­schied­li­che ehren­amt­li­che Enga­ge­ment den Kitt unse­rer Gesell­schaft aus­macht. Dies gilt es, zu stär­ken.

Am Anfang habe ich über die Bedeu­tung der Poli­tik für das Leben der Men­schen gespro­chen. Pathe­tisch zusam­men­ge­fasst: Ich möch­te mei­nen Teil dazu bei­tra­gen, damit Fort­schrit­te für eben die­se Men­schen in unse­rer Regi­on erzielt wer­den. Am 06. Mai 2018 haben sie dann die Mög­lich­keit, an die Urnen zu gehen und die Vor­aus­set­zun­gen dafür zu schaf­fen. Über Unter­stüt­zung bei die­sem Unter­fan­gen freue ich mich und bin für Fra­gen oder Anre­gun­gen immer dank­bar. 

 

HINWEIS: Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu inhalt­li­chen For­de­run­gen erhal­ten Sie hier. Alter­na­tiv kön­nen Sie sich ger­ne auch per­sön­lich bei uns mel­den. Wir freu­en uns.