Im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Jusos Herzogtum Lauenburg stand die Wahl des neuen Kreisvorsitzenden. Ein halbes Jahrzehnt war der 22-jährige Student der Rechtswissenschaft Calvin Fromm Mitglied des Kreisvorstandes und führte den Verband davon vier Jahre lang als Kreisvorsitzender. Calvin Fromm bedankte sich bei den zahlreichen Anwesenden für das ihm entgegengebrachte Vertrauen sowie die engagierte Zusammenarbeit.

„Die Jusos Herzogtum Lauenburg leben das Ideal einer inhaltlich breit aufgestellten Volkspartei, sind regelmäßig im Austausch mit unterschiedlichen politischen Akteuren und tief in der Gesellschaft unseres Kreises verankert. Die in die Höhe geschossenen Mitgliederzahlen und vor allem die enorm gestiegene Anzahl der aktiven Mitglieder belegen, dass dieser Weg der richtige für die Sozialdemokratie ist“, stellt der Kreistagsabgeordnete und Stadtverordnete Calvin Fromm fest und schlussfolgert: „Angesichts dieser erfreulichen Entwicklung ist für mich nun der passende Zeitpunkt gekommen, die Führung des Verbandes in die erfahrenen Hände von Pascal Hay zu übergeben und mich dadurch sowohl auf meine Mandatsarbeit als auch auf meine bald anstehende Examensvorbereitung konzentrieren zu können.“

Einstimmig wählte die Jahreshauptversammlung den bisherigen stellvertretenden Kreisvorsitzenden Pascal Hay (23 Jahre) zum Nachfolger für das Amt des Kreisvorsitzenden der Jusos Herzogtum Lauenburg. „Jetzt krempeln wir als sozialdemokratische Jugend die Ärmel hoch und werben intensiv für die am 26. Mai 2019 stattfindende Wahl des Europäischen Parlamentes. Beides kann nur durch eine konsequent ansprechbare und vor Ort sichtbare Politik gelingen. Wir bleiben die Garanten dafür, den Bürgerinnen und Bürgern Lösungen aufzuzeigen, ohne leere Versprechen zu machen“, erklärt der Student der Rechtswissenschaft Pascal Hay aus der Gemeinde Kühsen zu seiner Wahl.

Calvin Fromm und Pascal Hay

Vor diesem Hintergrund verabschiedeten die Jusos Herzogtum Lauenburg einen europapolitischen Leitantrag. Dieser befasst sich unter anderem mit den Themen des digitalen Binnenmarktes, der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik sowie der Reduzierung von Arbeitslosigkeit. „Die Europäische Union ist schweren Stürmen ausgesetzt. Nicht nur der US-Präsident, sondern auch der Brexit bringt große Herausforderungen mit sich. Selbst die Beziehungen zu NATO-Partnern wie der Türkei oder Polen gestalten sich aufgrund der dortigen innenpolitischen Entwicklungen schwierig. Wir müssen klare Antworten geben, wie Europa für uns aussehen soll. Unser Leitantrag zeigt, dass wir ein klares Bild von diesem Kontinent vor Augen haben. Wir stehen für ein modernes und zukunftsweisendes Europa ein“, so der neue Kreisvorsitzende abschließend.

SPD-Jugend bedankt sich

Bei der schleswig-holsteinischen Kommunalwahl am 06. Mai 2018 erzielte der Kreisvorsitzende der Jusos Herzogtum Lauenburg Calvin Fromm mit 38,02 Prozent in dessen Schwarzenbeker Stadtwahlkreis und mit 32,74 Prozent in dessen Kreistagswahlkreis das jeweils beste SPD-Ergebnis. Er zieht direkt gewählt in den Kreistag und die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Schwarzenbek ein.

 

 

Immo Braune konnte in Lauenburg/Elbe seinen Stadtwahlkreis gewinnen und Lucas Siemers zieht in Wentorf bei Hamburg über die Liste in die Gemeindevertretung ein. Ebenso wie Matthis Hack konnten beide ihre Kreistagswahlkreise nicht gewinnen.

 

Fromm kommentiert das Ergebnis wie folgt: „Wir möchten uns herzlich für das Vertrauen aus unseren Wahlkreisen bedanken. Nun gilt es für uns, in den kommunalen Vertretungen im Sinne der Bevölkerung an die Arbeit zu gehen. Dabei ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, wie in den vergangenen Wochen weiterhin mit den Bürgerinnen und Bürgern ansprechbar und im Dialog zu bleiben.“

 

HINWEIS: Weitere Ergebnisse der schleswig-holsteinischen Kommunalwahl sind unter http://www.wahl.mobi/app/laender/sh/530.html zu finden.

Harbrecht

In unserer Serie #FreitagsFragen lassen wir am Freitag jeweils Kreistagskandidaten für die Kommunalwahl am 06. Mai 2018 zu Wort kommen. Dieses Mal ist Fabian Harbrecht an der Reihe und für die Jusos Herzogtum Lauenburg stellt Lennart Diener die Fragen.

 

DIENER FÜR DIE JUSOS: Mit 34 Jahren bist du ja nun nicht mehr ganz so „jung“. Wie kommt es, dass du noch bei den Jusos mitmachst?

HARBRECHT: Naja, da hast du wohl recht. 15 Jahre bin ich in der SPD und war 2006 sogar mal Kreisvorsitzender der Jusos. Eigentlich hatte ich mich schon von der Juso-Arbeit verabschiedet als ich 2013 vom damaligen Kreisgeschäftsführer der Jusos gebeten wurde unserer Jugendorganisation etwas unter die Arme zu greifen. 2015 konnte ich dann guten Gewissens aus dem Vorstand ausscheiden und mich auf die mir zusätzlich von der Kreistagsfraktion übertragenen Aufgaben konzentrieren. Verbunden war und bin ich den „Jungen“ in der Politik immer.

 

DIENER FÜR DIE JUSOS: Du sprichst die Verbundenheit mit den „Jungen“ an. Was meinst du damit?

HARBRECHT: Naja, meine kommunalpolitischen Wurzeln liegen in der offenen Jugendarbeit. In meiner Heimatgemeinde habe ich Jugendarbeit gemacht und die SPD hier im Ort hat mir nach meinem Parteieintritt 2003 direkt einen Sitz als bürgerliches Mitglied im Jugend-Schul- und Soziales Ausschuss angeboten. So ging das damals los mit der Kommunalpolitik. 15 Jahre später bin ich Jugendhilfepolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion, immer noch in dem mittlerweile umbenannten Jugend, Kultur und Soziales Ausschuss in meiner Gemeinde und mache mit unserer (Partei-) Jugend im Herzogtum Politik.

 

DIENER FÜR DIE JUSOS: Okay, damit wäre eine Aufgabe die dir zusätzlich von der Kreistagsfraktion übertragen wurde, erläutert. Du hast aber von Aufgaben gesprochen. Welche sind das denn noch?

HARBRECHT: Haha, ja, gut aufgepasst. Zusätzlich zu dieser wirklich anspruchsvollen Aufgabe, bin ich in der Kreistagsfraktion als Aufsichtsratsvorsitzender unserer, mehrheitlich dem Kreis, gehörenden Herzogtum Lauenburg Marketing GmbH für Tourismusfragen zuständig. Daneben waren in den letzten Jahren ein paar Parteiämter mit dabei, die sind aber für den Wähler und die Wählerin selbstverständlich unwichtig.

 

DIENER FÜR DIE JUSOS: Diese Posten von denen du sprichst, sagen Ottonormalverbraucher mal so überhaupt nichts. Vielleicht magst du ein bisschen was zu den Aufgaben und was sie mit den Menschen hier im Kreis zu tun haben sagen?

HARBRECHT: N Klassiker der zeigt, wie wichtig es ist, dass Politik und Wähler näher zusammenrücken und Politik mehr erklärt. Also, was ein Aufsichtsratsvorsitzender so macht, war für mich als angehender Jurist zwar nicht ganz neu aber ein bisschen Recherche und eine Fortbildung waren schon notwendig. Im Kern überwacht ein Aufsichtsrat die Arbeit eines Vorstandes und ist für gewöhnlich bei Aktiengesellschaften vorgesehen. Hier haben sich die Gesellschafter entschieden einen solchen auch für diese GmbH einzusetzen. Als Vorsitzender ist es meine Aufgabe die Kontrolle der Geschäftsführung vorzubereiten und zu koordinieren. Dazu kommen einige repräsentative Aufgaben. Ich bin also so eine Art Markenbotschafter der Gesellschaft nach Außen und intern Schnittstelle zwischen Geschäftsleitung und Aufsichtsrat. Eine durchaus spannende Aufgabe, die ich gerne wahrnehme.

Etwas komplexer ist die Aufgabe des Jugendhilfepolitischen Sprechers der Fraktion. Dazu muss man zunächst einmal wissen, dass der Bereich Jugendhilfe äußerst vielfältig ist. Geregelt sind die Zuständigkeiten im Wesentlichen im 8. Buch des Sozialgesetzbuches. Darin enthalten sind eine Menge Themen. Angefangen bei der Schwangerschaftskonfliktberatung über die Kindertagesstätten bis hin zum Übergang von der Schule in den Beruf ist die Jugendhilfe extrem vielfältig.

 

JUGENDHILFE: Von Werkstatt bis Partizipation

Plenarsaal des Deutschen Bundestages – Inbegriff der Partizipation

DIENER FÜR DIE JUSOS: Das ist ja jetzt noch nicht sonderlich konkret, hast du mal ein oder zwei Beispiele mit was du dich dann im Rahmen dieser Aufgabe beschäftigst?

HARBRECHT: Ja, ist halt schwierig so ein komplexes Thema auf n kurzes Interview runterzudampfen. Aber ich habe tatsächlich zwei Beispiele die bei mir besonders hängen geblieben sind und die auch im Wahlprogramm zu finden sind.

Das erste ist die letzte verbliebene Jugendwerkstatt im Kreis. Der Internationale Bund (IB) betreibt die für uns in Schwarzenbek. Kurz zusammengefasst werden dort Jugendliche arbeitsmarkt-/lehrstellenmarktfähig gemacht, die aus. Verschiedensten Gründen bisher im Leben nicht so viel Glück hatten. Für mich als Sozialdemokrat, die wir ja auch für die Schwachen in unserer Gesellschaft einstehen wollen, eine echte Herzensangelegenheit. Seit Jahren stellt der Internationale Bund Anträge die Mittel für den Betrieb zu erhöhen. Hintergrund sind gestiegene Energiekosten und natürlich auch das Anliegen die eigenen Mitarbeiter dieser Werkstatt tariflich bezahlen zu können. Die Tarifrunden der letzten Jahre musste der IB leider ausfallen lassen. Damit wird das Thema endgültig ein Thema für Sozialdemokraten. Während Kreisbedienstete selbstverständlich von den Tarifrunden im öffentlichen Dienst profitiert haben, werden hier Dienstleistungen die für uns als Kreis erbracht werden untertariflich bezahlt. Da beginnt für mich Gerechtigkeit und jedem müsste klar sein, dass es kein Lohndumping geben sollte, wenn Träger für uns als Kreis Aufgaben wahrnehmen. Das ist ungerecht. Sah die CDU nicht so und hat in den Haushaltsberatungen regelmäßig auch nur kleinste Budgeterhöhungen abgelehnt.

Ein weiteres Thema ist die Förderung von politischem Engagement junger Menschen. Seit drei Jahren habe ich jedes Jahr zum Haushalt einen Antrag eingebracht, der die Durchführung einer Jugendkonferenz oder eines kommunalpolitischen Planspiels vorsah. Im Kern geht und ging es mir dabei immer darum junge Menschen ernsthaft in den Politikbetrieb einzubinden, Partizipationsmöglichkeiten zu schaffen und natürlich auch für unsere parlamentarische Demokratie mit ihren Parteien und Wählervereinigungen als wesentliche Teile zu werben. Politiknachwuchs wird immer wichtiger und junge Menschen sind politisch. Vielleicht anders als derzeit aktive Politiker aber sie sind politisch. Dieses politische Denken zu fördern und Ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie ihre Anliegen im Politikbetrieb voranbringen können, ist mir ein wichtiges Anliegen. Bei den Haushaltsberatungen für das Jahr 2017 konnte ich mich dann endlich im Kreistag durchsetzen und Ende 2018 war das Planspiel mit Zukunftswerkstatt überbucht. Es gab also eine Warteliste für diese in der Vorweihnachtszeit am Wochenende stattfindende Veranstaltung. Aus dieser Veranstaltung habe ich zwei Projekte mitgenommen, die junge Menschen voranbringen wollen. Einmal eine Politik-App für junge Menschen und zum Anderen die konkrete Forderung nach mehr Mitbestimmung der Landesschülervertretung bei Bildungsfragen. Diese Projekte werde ich weiter begleiten, damit die jungen Menschen die sie sich ausgedacht haben auch sehen, dass man mit Fleiß und Hartnäckigkeit durchaus etwas in der Politik bewegen kann.

 

DIENER FÜR DIE JUSOS: Das war ja nun sehr ausführlich. Da merkt man dir echt an wo deine politischen Wurzeln sind. Letzte Frage: Wo soll es denn für dich noch hingehen?

HARBRECHT: Haha, die Frage höre ich des öfteren, wenn ich ehrlich bin… Also das Politikgeschäft ist ja nun durchaus sehr schnelllebig aber ich wäre schon froh, wenn es für uns als SPD nach der Kommunalwahl nicht auf die Oppositionsbank ginge. Mit dem Team das wir haben, können wir durchaus mehr Verantwortung übernehmen, wenn die Wählerinnen und Wähler es wünschen.

 

HINWEIS: Weitere Informationen zu inhaltlichen Forderungen erhalten Sie hier. Alternativ können Sie sich gerne auch persönlich bei uns melden. Wir freuen uns.

Siemers

In unserer Serie #FreitagsFragen lassen wir am Freitag jeweils Kreistagskandidaten für die Kommunalwahl am 06. Mai 2018 zu Wort kommen. Dieses Mal ist Lucas Siemers an der Reihe und für die Jusos Herzogtum Lauenburg stellt Lucas Kelm die Fragen.

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Was hat dich dazu veranlasst, dich politisch zu engagieren?

SIEMERS: Das ist eine klassische Frage, die man Politikern stellt. Aber ich möchte darauf eigentlich nicht die klassische Antwort geben, nach dem Motto: „Weil ich etwas bewegen oder verändern möchte.“. Das sollte jeder Politiker sowieso wollen. 

Ich lasse mich ungern bevormunden und möchte lieber die Entscheidungen für meine Generation, die Gesellschaft und mich selbst in die Hand nehmen und lasse mir da nicht von „vermeintlichen Experten“ erzählen, was „gut für unsere Gesellschaft“ sein soll, wenn ich da anderer Ansicht bin. 

Radikale Umbrüche im Sinne von: „ich werde alles anders machen“, will ich aber auch nicht predigen, dennoch muss sich der Staat wieder mehr lösungsorientiert den wirklichen Problemen der Bürger zuwenden und nicht neue hochpuschen und schaffen, wo bisher gar keine waren. 

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Worüber hättest Du mit welchem Politiker gerne gesprochen?

SIEMERS: Da gibt es ziemlich viele Politiker und ziemlich viele Themen, mit denen und worüber ich gerne gesprochen hätte. Wenn ich mich da festlegen müsste, würde ich wohl am ehesten mit Napoleon Bonaparte sprechen wollen. Für mich ist er eine der gloriosesten und tragischsten Personen der Geschichte. Er hat aus dem Nichts, durch viel Anstrengung, Fleiß und Entschlossenheit alles erreicht und musste sein ganzes Leben, 24/7, würde man heute wohl sagen, darum kämpfen es zu erhalten. 

Vor allem über zwei Facetten hätte ich gerne insofern mit ihm sprechen wollen, als dass ich – zugegebener Maßen ein sehr theoretisch philosophischer Ansatz – von ihm hätte wissen wollen, worin er die Aufgabe des Staates sieht. Damit ich einschätzen könnte, ob der für ihn eher ein Mittel zum Zweck war, nach dem Motto: „Der Staat bin ich“, oder ob er den Staat und die Gesellschaft immer noch über sich sah, ähnlich wie Friedrich der Große: „Ich bin der Diener des Staates“. 

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Inwiefern betrifft Dein politisches Engagement mein Leben im Kreis?

SIEMERS: Das kommt erstmal darauf an, wo du wohnst. Das Leben der Wentorfer und Wentorferinnen betrifft mein Engagement noch stärker, als im Rest des Kreises. Dort bin ich ja Parteivorsitzender der SPD. Das heißt natürlich, dass ich bei den meisten Entscheidungen und damit eben auch, wie die SPD in der Gemeindevertretung abstimmt, ein wichtiges Mitspracherecht habe. Zuletzt habe ich z.B. stark dafür geworben, dass wir dringend eine Sozialraumquote in Wentorf brauchen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, damit die jungen, wie alten Menschen und Familien die Chance bekommen hierzubleiben. Viele können sich nach der Ausbildung oder mit dem Eintritt in die Rente keine Wohnung mehr in Wentorf leisten, geschweige denn ein Haus kaufen. Das betrifft erstmal vom Thema her alle, hat aber noch viel mehr Auswirkungen als man denkt. Erst kürzlich wies mich die Feuerwehr darauf hin, dass die Leute aus der Jugendfeuerwehr nicht hier bleiben, weil sie keinen Wohnraum finden. Damit fehlt der Nachwuchs. 

Wenn du außerhalb Wentorf wohnst, dann wird es schon schwieriger zu sagen, „genau da betrifft dich mein politisches Engagement.“. Das ist flächendeckend. Z.B., wenn du nach Hamburg möchtest und wieder eine Stunde auf den Bus warten musst oder wenn du eine gute Geschäftsidee hast, aber niemand dir Geld geben will, um dich zu unterstützen oder wenn du sogar noch keinen Plan hast, was du beruflich machen möchtest und eine Jugendberufsagentur eine gute Möglichkeit wäre, um dir da zu helfen. Das sind alles Dinge, die dringend angepackt werden müssten und die es derzeit noch nicht oder nicht ausreichend gibt. Und damit zur Frage: Wenn die SPD am 06. Mai 2018 die Wahlen hier im Kreis gewinnt, dann gäbe es sie bald und dann würdest du es konkret merken, wo mein Engagement dein Leben im Kreis betrifft. 

 

WIRTSCHAFT, FINANZEN UND VERKEHR

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KELM FÜR DIE JUSOS: Gibt es einen Thema, das dir besonders am Herzen liegt?

SIEMERS: Ich bin zwar politisch, im Beruf und im privaten vielseitig interessiert, aber im Politischen lege ich den Schwerpunkt ganz klar auf Wirtschafts-, Finanz-, und Verkehrspolitik. 

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Und warum hast du die diese Schwerpunkte ausgesucht?

SIEMERS: Bei der Wirtschafts- und Finanzpolitik ist es vor allem so, dass ich festgestellt habe: Beim Geld ausgeben sind alle kaum zu halten und jeder hat Ideen, was man noch fördern, subventionieren und bezuschussen kann. Dann wird darum gestritten, welche Ausgabenkombination davon am gerechtesten ist. Ich fand es viel spannender zu fragen, wie man die Mittel gerecht „besorgen“ kann. Und wenn man sich dann mit der Thematik rund um Finanzen, Haushalt und Steuern etc. beschäftigt hat, kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass dieses Ressort besonders einflussreich ist und das kleinste Änderungen und Anpassungen große flächendeckende Auswirkungen haben. 

Für mich hat sich auch ein ganz neues Empfinden ergeben, was wirklich gerecht ist. Oft höre ich dann immer, dass sich der Kreis in der Haushaltskonsolidierung, also einen erzwungenen Sparkurs, befindet und deswegen ja wenig zu machen sei. Das ist zwar richtig – und mit Geld ausgeben ist da dann auch nicht so wahnsinnig viel, aber auch eine Haushaltskonsolidierung kann man fair gestalten. 

Bei er Verkehrspolitik ist es etwas anders. Da habe ich mich erst mit befasst, als bei uns im Ort die Linie 235 in ihrer Taktung und Routenführung stark eingeschränkt wurde. Das hat mich und auch viele Bürger massiv gestört. Wentorf leistet sich beim Thema Verkehr nun wirklich keinen Luxus für 13.500 Einwohner. Wir haben keine Bahnstation und streng genommen nur diese eine Buslinie. Jahrzehnte war Wentorf mit besser Linienführung und häufigerer Taktung angeschlossen und unsere Einwohnerzahl ist seit dem Wegzug der Bundeswehr um über 25% angestiegen und dann soll die Verbindung mit dem einen Bus verringert werden. Das kann kein Bürger verstehen. Da gibt es auch nichts zu verstehen – hier darf der Bürger mehr erwarten.

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Ist das Thema Finanzen nicht etwas trocken?

SIEMERS: Für manche bestimmt. Für mich nicht. Dort werden die Weichen für das jeweilige Jahr gestellt. Wenn die schon falsch laufen, ist der Rest nur noch Schadensbegrenzung.

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Aber sind die Wähler mit den Themen dafür zu begeistern für Dich und die SPD zu stimmen?

SIEMERS: Das auf jeden Fall. Zuerst muss man ja auch sagen, dass ich ja nicht nur für diese Bereiche, sondern für das gesamte SPD-Wahlprogramm werbe. Wir haben in den unterschiedlichsten Bereichen viele Experten. 

Aber trotzdem kann man gerade damit die Wähler begeistern. Trotz sprudelnder Steuereinnahmen, die jeden Monat in der Tagesschau verkündet werden, geht es dem Kreis und vielen Kommunen relativ schlecht, was die Finanzlage angeht. Für viele wichtige Projekte und Investitionen vor Ort fehlt das Geld. 

Dem Kreis geht es in diesem Jahr allerdings besser als gedacht. Deswegen ist die Senkung der Kreisumlage unbedingt notwendig gewesen. Das gibt den Kommunen etwas Luft. Dabei darf es aber nicht bleiben. Wir müssen da dran bleiben. Ganz viele Dinge werden in den Städten und Gemeinden entschieden – hier entstehen die Kosten. Der Kreis darf sich nicht an die Einnahmen gewöhnen, denn auch wenn er seine Finanzmittel aus den Gemeinden erhält, finanzieren die sich wieder über erhöhte Steuern. Somit trifft es auch den Bürger, zumindest mittelbar. Daher ist es ganz wichtig zu schauen, wie viel Geld der Kreis wirklich braucht und beim Rest die Kommunen zu entlasten. Das hilft den Menschen wirklich. Die Kommunen werden mehr Mittel zur Verfügung haben und können entweder notwendige Investitionen durchführen, wie z.B. die Sanierung von Straßen und Wegen, den Anbau einer Schule oder sie können auch mal zur Senkung der Steuern übergehen. 

Beim Thema Verkehr kann man sogar noch viel besser sehen, was die Menschen stört. 

Glücklicherweise haben inzwischen relativ viele Jusos in der Partei, die auch aktiv mitmachen. Das sorgt aber immer für ein zentrales Problem: Wir müssen Räumlichkeiten finden, die für alle zumutbar erreichbar sind. Und das auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ist in unserem Kreis leider gar nicht so einfach. Versuch mal einen JUSO aus Ratzeburg und Wentorf bei Hamburg an einen zumutbaren Ort zusammenzubringen. 

Man hat in den Städten und Gemeinden das Problem auch erkannt und versucht immer wieder hier noch eine Station mehr und dann macht der Bus dort noch eine Schlenker in diese Straße, aber es wäre dringend nötig zu schauen: von wo nach wo laufen die Ströme, erstens in den Gemeinden und Städten und dann zweitens zwischen den Städten und Gemeinden. Anschließend muss man ein umfassendes neues Verkehrskonzept auflegen und den ÖPNV überplanen. Nur so kann der Kreis auch die jungen Menschen hier halten, die nach der Schule in Hamburg, Lübeck usw. studieren wollen. 

In einem Flächenkreis wie unser nun mal einer ist, ist eine gute ÖPNV Ausstattung innerhalb des Kreises, aber auch nach Hamburg und Lübeck überlebenswichtig. Wir dürfen da nicht durch Nichtstun abgehängt werden. 

 

KELM FÜR DIE JUSOS: Ist der Kreis mit Schwarzenbek und Büchen, die eine Bahnanbindung nach Hamburg haben, nicht eigentlich relativ gut aufgestellt?

SIEMERS: Ja, das kann man so sehen. Der Anspruch, den die Bürger aber an ihren Kreis stellen dürfen ist nicht relativ okay zu sein, sondern richtig gut zu sein. Und da hat der Kreis Nachholbedarf. Der letzte Kreistag hätte da viel mehr tun müssen. Auch mit knappen Kassen. Wenn man in die Straßen, Wege und den ÖPNV investiert, dann investiert man in die Wirtschaft und die Zukunft des Kreises. Wenn man sich mit den Menschen, Vereinen, Verbänden und Organisationen im Kreis unterhält, dann wird einem immer wieder erzählt, dass sie die Menschen hier nicht halten können, weil sie entweder keine bezahlbaren Wohnraum finden oder weil sie wegen der schlechten Anbindung nicht in Hamburg studieren und hier wohnen können. Der Kreis schafft es nicht, zentrale Orte mit solider Anbindung an die Großstadt zu bilden und gleichzeitig die umliegenden Gemeinden und Dörfer entsprechend an diese zentralen Orte anzubinden. Das sind verpasste Chancen für unseren Kreis. 

 

TAG DER ENTSCHEIDUNG

KELM FÜR DIE JUSOS: Zuletzt noch die Frage, ob du glaubst, dass die SPD am sechsten Mai die Kommunalwahl gewinnt, wenn man auf die aktuellen Umfragen im Bund schaut?

SIEMERS: Ja. Da bin ich ganz sicher. Im Kreis gibt es viele Probleme die dringend bearbeitet werden müssen. Und die Mehrheit aus CDU und FDP hat es die letzten Jahre nicht hinbekommen eine Wende für unseren Kreis einzuleiten. Dort treten hauptsächlich wieder dieselben Kandidaten an. Also warum sollte es die nächsten fünf Jahre anders sein? Die SPD bietet vier neue, dynamische, junge und kompetente Kandidaten, quer durch den Kreis an. Wer will, dass die Probleme im Kreis endlich angepackt werden und wer den Kreis endlich nach vorne bringen will, der muss diesen Kandidaten am sechsten Mai seine Stimme geben. 

Einstein definierte Wahnsinn mal so: Immer das Gleiche tun und andere Ergebnisse erwarten. Hier gilt das gleiche. Die Politik der CDU und FDP wird sich nicht ändern und damit wird sich im Kreis nichts ändern.

 

HINWEIS: Weitere Informationen zu inhaltlichen Forderungen erhalten Sie hier. Alternativ können Sie sich gerne auch persönlich bei uns melden. Wir freuen uns.