#FreitagsFragen an… Fabian Harbrecht

Harbrecht

In unserer Serie #FreitagsFragen lassen wir am Freitag jeweils Kreistagskandidaten für die Kommunalwahl am 06. Mai 2018 zu Wort kommen. Dieses Mal ist Fabian Harbrecht an der Reihe und für die Jusos Herzogtum Lauenburg stellt Lennart Diener die Fragen.

 

DIENER FÜR DIE JUSOS: Mit 34 Jahren bist du ja nun nicht mehr ganz so „jung“. Wie kommt es, dass du noch bei den Jusos mitmachst?

HARBRECHT: Naja, da hast du wohl recht. 15 Jahre bin ich in der SPD und war 2006 sogar mal Kreisvorsitzender der Jusos. Eigentlich hatte ich mich schon von der Juso-Arbeit verabschiedet als ich 2013 vom damaligen Kreisgeschäftsführer der Jusos gebeten wurde unserer Jugendorganisation etwas unter die Arme zu greifen. 2015 konnte ich dann guten Gewissens aus dem Vorstand ausscheiden und mich auf die mir zusätzlich von der Kreistagsfraktion übertragenen Aufgaben konzentrieren. Verbunden war und bin ich den „Jungen“ in der Politik immer.

 

DIENER FÜR DIE JUSOS: Du sprichst die Verbundenheit mit den „Jungen“ an. Was meinst du damit?

HARBRECHT: Naja, meine kommunalpolitischen Wurzeln liegen in der offenen Jugendarbeit. In meiner Heimatgemeinde habe ich Jugendarbeit gemacht und die SPD hier im Ort hat mir nach meinem Parteieintritt 2003 direkt einen Sitz als bürgerliches Mitglied im Jugend-Schul- und Soziales Ausschuss angeboten. So ging das damals los mit der Kommunalpolitik. 15 Jahre später bin ich Jugendhilfepolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion, immer noch in dem mittlerweile umbenannten Jugend, Kultur und Soziales Ausschuss in meiner Gemeinde und mache mit unserer (Partei-) Jugend im Herzogtum Politik.

 

DIENER FÜR DIE JUSOS: Okay, damit wäre eine Aufgabe die dir zusätzlich von der Kreistagsfraktion übertragen wurde, erläutert. Du hast aber von Aufgaben gesprochen. Welche sind das denn noch?

HARBRECHT: Haha, ja, gut aufgepasst. Zusätzlich zu dieser wirklich anspruchsvollen Aufgabe, bin ich in der Kreistagsfraktion als Aufsichtsratsvorsitzender unserer, mehrheitlich dem Kreis, gehörenden Herzogtum Lauenburg Marketing GmbH für Tourismusfragen zuständig. Daneben waren in den letzten Jahren ein paar Parteiämter mit dabei, die sind aber für den Wähler und die Wählerin selbstverständlich unwichtig.

 

DIENER FÜR DIE JUSOS: Diese Posten von denen du sprichst, sagen Ottonormalverbraucher mal so überhaupt nichts. Vielleicht magst du ein bisschen was zu den Aufgaben und was sie mit den Menschen hier im Kreis zu tun haben sagen?

HARBRECHT: N Klassiker der zeigt, wie wichtig es ist, dass Politik und Wähler näher zusammenrücken und Politik mehr erklärt. Also, was ein Aufsichtsratsvorsitzender so macht, war für mich als angehender Jurist zwar nicht ganz neu aber ein bisschen Recherche und eine Fortbildung waren schon notwendig. Im Kern überwacht ein Aufsichtsrat die Arbeit eines Vorstandes und ist für gewöhnlich bei Aktiengesellschaften vorgesehen. Hier haben sich die Gesellschafter entschieden einen solchen auch für diese GmbH einzusetzen. Als Vorsitzender ist es meine Aufgabe die Kontrolle der Geschäftsführung vorzubereiten und zu koordinieren. Dazu kommen einige repräsentative Aufgaben. Ich bin also so eine Art Markenbotschafter der Gesellschaft nach Außen und intern Schnittstelle zwischen Geschäftsleitung und Aufsichtsrat. Eine durchaus spannende Aufgabe, die ich gerne wahrnehme.

Etwas komplexer ist die Aufgabe des Jugendhilfepolitischen Sprechers der Fraktion. Dazu muss man zunächst einmal wissen, dass der Bereich Jugendhilfe äußerst vielfältig ist. Geregelt sind die Zuständigkeiten im Wesentlichen im 8. Buch des Sozialgesetzbuches. Darin enthalten sind eine Menge Themen. Angefangen bei der Schwangerschaftskonfliktberatung über die Kindertagesstätten bis hin zum Übergang von der Schule in den Beruf ist die Jugendhilfe extrem vielfältig.

 

JUGENDHILFE: Von Werkstatt bis Partizipation

Plenarsaal des Deutschen Bundestages – Inbegriff der Partizipation

DIENER FÜR DIE JUSOS: Das ist ja jetzt noch nicht sonderlich konkret, hast du mal ein oder zwei Beispiele mit was du dich dann im Rahmen dieser Aufgabe beschäftigst?

HARBRECHT: Ja, ist halt schwierig so ein komplexes Thema auf n kurzes Interview runterzudampfen. Aber ich habe tatsächlich zwei Beispiele die bei mir besonders hängen geblieben sind und die auch im Wahlprogramm zu finden sind.

Das erste ist die letzte verbliebene Jugendwerkstatt im Kreis. Der Internationale Bund (IB) betreibt die für uns in Schwarzenbek. Kurz zusammengefasst werden dort Jugendliche arbeitsmarkt-/lehrstellenmarktfähig gemacht, die aus. Verschiedensten Gründen bisher im Leben nicht so viel Glück hatten. Für mich als Sozialdemokrat, die wir ja auch für die Schwachen in unserer Gesellschaft einstehen wollen, eine echte Herzensangelegenheit. Seit Jahren stellt der Internationale Bund Anträge die Mittel für den Betrieb zu erhöhen. Hintergrund sind gestiegene Energiekosten und natürlich auch das Anliegen die eigenen Mitarbeiter dieser Werkstatt tariflich bezahlen zu können. Die Tarifrunden der letzten Jahre musste der IB leider ausfallen lassen. Damit wird das Thema endgültig ein Thema für Sozialdemokraten. Während Kreisbedienstete selbstverständlich von den Tarifrunden im öffentlichen Dienst profitiert haben, werden hier Dienstleistungen die für uns als Kreis erbracht werden untertariflich bezahlt. Da beginnt für mich Gerechtigkeit und jedem müsste klar sein, dass es kein Lohndumping geben sollte, wenn Träger für uns als Kreis Aufgaben wahrnehmen. Das ist ungerecht. Sah die CDU nicht so und hat in den Haushaltsberatungen regelmäßig auch nur kleinste Budgeterhöhungen abgelehnt.

Ein weiteres Thema ist die Förderung von politischem Engagement junger Menschen. Seit drei Jahren habe ich jedes Jahr zum Haushalt einen Antrag eingebracht, der die Durchführung einer Jugendkonferenz oder eines kommunalpolitischen Planspiels vorsah. Im Kern geht und ging es mir dabei immer darum junge Menschen ernsthaft in den Politikbetrieb einzubinden, Partizipationsmöglichkeiten zu schaffen und natürlich auch für unsere parlamentarische Demokratie mit ihren Parteien und Wählervereinigungen als wesentliche Teile zu werben. Politiknachwuchs wird immer wichtiger und junge Menschen sind politisch. Vielleicht anders als derzeit aktive Politiker aber sie sind politisch. Dieses politische Denken zu fördern und Ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie ihre Anliegen im Politikbetrieb voranbringen können, ist mir ein wichtiges Anliegen. Bei den Haushaltsberatungen für das Jahr 2017 konnte ich mich dann endlich im Kreistag durchsetzen und Ende 2018 war das Planspiel mit Zukunftswerkstatt überbucht. Es gab also eine Warteliste für diese in der Vorweihnachtszeit am Wochenende stattfindende Veranstaltung. Aus dieser Veranstaltung habe ich zwei Projekte mitgenommen, die junge Menschen voranbringen wollen. Einmal eine Politik-App für junge Menschen und zum Anderen die konkrete Forderung nach mehr Mitbestimmung der Landesschülervertretung bei Bildungsfragen. Diese Projekte werde ich weiter begleiten, damit die jungen Menschen die sie sich ausgedacht haben auch sehen, dass man mit Fleiß und Hartnäckigkeit durchaus etwas in der Politik bewegen kann.

 

DIENER FÜR DIE JUSOS: Das war ja nun sehr ausführlich. Da merkt man dir echt an wo deine politischen Wurzeln sind. Letzte Frage: Wo soll es denn für dich noch hingehen?

HARBRECHT: Haha, die Frage höre ich des öfteren, wenn ich ehrlich bin… Also das Politikgeschäft ist ja nun durchaus sehr schnelllebig aber ich wäre schon froh, wenn es für uns als SPD nach der Kommunalwahl nicht auf die Oppositionsbank ginge. Mit dem Team das wir haben, können wir durchaus mehr Verantwortung übernehmen, wenn die Wählerinnen und Wähler es wünschen.

 

HINWEIS: Weitere Informationen zu inhaltlichen Forderungen erhalten Sie hier. Alternativ können Sie sich gerne auch persönlich bei uns melden. Wir freuen uns.

Calvin Fromm

Student der Rechtswissenschaft, Juso-Kreisvorsitzender, stellv. Vorsitzender des Sozial- und Kulturausschusses sowie stellv. Mitglied im Finanzausschuss der Stadt Schwarzenbek, stellvertretendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Kreises Herzogtum Lauenburg und Juso-Vertreter im SPD-Kreisvorstand

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