#FreitagsFragen an… Calvin Fromm

Fromm
#FreitagsFragen an Calvin Fromm

In unse­rer Serie #Frei­tags­Fra­gen las­sen wir am Frei­tag jeweils Kreis­tags­kan­di­da­ten für die Kom­mu­nal­wahl am 06. Mai 2018 zu Wort kom­men. Die­ses Mal ist Cal­vin Fromm an der Rei­he und für die Jusos Her­zog­tum Lau­en­burg stellt Pas­cal Hay die Fra­gen.

 

HAY FÜR DIE JUSOS: Fan­gen wir mit etwas Grund­le­gen­dem an. Was soll Poli­tik denn über­haupt?

FROMM: Poli­tik ist die Gestal­tung unse­res Gemein­we­sens. Sie hat damit von der Kin­der­ta­ges­stät­te und der Schu­le über den Beruf bis in den Ruhe­stand Aus­wir­kun­gen auf unser aller Leben. Es geht um die Fra­ge, wie wir als Volk in unse­rem Staat zusam­men­le­ben möch­ten.  

Im Gegen­satz zu Auto­kra­ti­en oder Olig­ar­chi­en wird die­se Fra­ge in einer Demo­kra­tie wie der unse­ren nicht von einer Ein­zel­per­son oder einem klei­nen Zir­kel beant­wor­tet. Viel­mehr ist die Wil­lens­bil­dung über Wah­len auf das Volk als eigent­li­chem Sou­ve­rän zurück­zu­füh­ren. Aus die­sem Grund ist sowohl einer Kom­mu­nal­wahl im Klei­nen als auch eine „gro­ße“ Bun­des­tags­wahl eine hohe Bedeu­tung bei­zu­mes­sen. Die Wah­len bestim­men die Poli­tik der nächs­ten Jah­re.  

Für Sozi­al­de­mo­kra­tin­nen und Sozi­al­de­mo­kra­ten wie mei­ne Wenig­keit kann eine Demo­kra­tie dabei nur eine sozia­le Demo­kra­tie sein. Die Frei­heit ein­zel­ner und ein sozia­les Staats­we­sen sind mit­ein­an­der in Aus­gleich zu brin­gen. So ist es bereits in unse­rer Ver­fas­sung – dem Grund­ge­setz – ange­legt. 

 

SOZIALE SICHERHEIT

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HAY FÜR DIE JUSOS: Eine Demo­kra­tie müs­se sozi­al sein. Pro­vo­ka­tiv gefragt: Das heißt, dass Du ein Sozi­al­ro­man­ti­ker bist?

FROMM: Man­che kon­ser­va­ti­ven Christ­de­mo­kra­tin­nen und Christ­de­mo­kra­ten oder Libe­ra­le mögen zwar zum Teil den Ein­druck ver­mit­teln, ein sozia­les Staats­we­sen sei eher ein ner­vi­ger Kos­ten­fak­tor. Als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Sozi­al- und Kul­tur­aus­schus­ses der Stadt Schwar­zen­bek erin­ne­re ich mich bei­spiels­wei­se nur zu gut an die unsäg­li­chen Dis­kus­sio­nen ins­be­son­de­re mit der CDU und der FDP, die bedürf­ti­gen Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­gern ohne hin­rei­chen­den Grund finan­zi­el­le Mit­tel für das so genann­te „Weih­nachts­hilfs­werk“ kür­zen woll­ten. Ich ste­he die­ser Art von Poli­tik dia­me­tral ent­ge­gen und wenn ich des­halb ein Sozi­al­ro­man­ti­ker sein soll, habe ich mit der Bezeich­nung kein Pro­blem.  

Mit dem Funk­tio­nie­ren der Sozi­al­po­li­tik steht und fällt vie­les. Eine gelun­ge­ne Sozi­al­po­li­tik soll die Chan­ce auf ein selbst­be­stimm­tes Leben bie­ten. Dazu gehört für mich auch die Bil­dungs­po­li­tik. Die­ser Poli­tik­be­reich wird wie vie­le ande­re auf die Her­aus­for­de­run­gen der Digi­ta­li­sie­rung reagie­ren müs­sen. Als Schul­trä­ger sind die Kom­mu­nen in der Ver­ant­wor­tung, für die bes­te Aus­stat­tung in den Schu­len zu sor­gen. Der Zugang zu moder­nen Medi­en in Schu­len ist die Vor­aus­set­zung dafür, dass der Umgang damit rich­tig ver­mit­telt wer­den kann. Als Schwar­zen­be­ker SPD haben wir uns die­ses Ziel auf die Fah­ne geschrie­ben: bes­te Bil­dung für Kin­der und Jugend­li­che.

 

HAY FÜR DIE JUSOS: Was ist bei­spiels­wei­se eine der For­de­run­gen im Bereich der Sozi­al­po­li­tik?

FROMM: Jugend­li­chen möch­ten wir den Weg auf den Arbeits­markt ermög­li­chen. Wir unter­stüt­zen die Bestre­bun­gen zur Ein­rich­tung einer Jugend­be­rufs­agen­tur. Gleich­wohl darf es sich nicht um eine „klas­si­sche“ Jugend­be­rufs­agen­tur han­deln. Spe­zi­ell im Flä­chen­kreis ist eine auf­su­chen­de Jugend­be­rufs­agen­tur erfor­der­lich. Die­se muss an die beson­de­ren Gege­ben­hei­ten eines Flä­chen­krei­ses ange­passt wer­den, indem sowohl im Nord- als auch im Süd­kreis zen­tra­le Anlauf­stel­len bestehen und ein mobi­les Team im gesam­ten Kreis abwech­selnd ansprech­bar ist. Eine Schü­le­rin oder ein Schü­ler aus Rat­ze­burg darf nicht den gan­zen Weg nach Geest­hacht auf sich neh­men müs­sen oder umge­kehrt. Bei die­ser spe­zi­el­len Ziel­grup­pe heißt es, zur Kund­schaft zu kom­men und nicht die Kund­schaft kom­men zu las­sen.

Ergän­zend ist fer­ner das Ange­bot eines „Online-Aus­bil­dungs­at­las“ sei­tens der Jugend­be­rufs­agen­tur in Zusam­men­ar­beit mit der WFL zu erar­bei­ten. Auf­ge­führt wer­den sol­len Prak­ti­ka, Aus­bil­dungs­plät­ze und Arbeits­plät­ze. Das Hal­ten von Fach­kräf­ten, der Weg in eine Beschäf­ti­gung und die För­de­rung der Wirt­schaft kön­nen dadurch unter­stützt wer­den. 

 

WIRTSCHAFTLICHE DYNAMIK

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HAY FÜR DIE JUSOS: Du möch­test den Weg auf den Arbeits­markt ebnen, lässt aber von der Wirt­schaft die Fin­ger?

FROMM: Das Gegen­teil ist der Fall. Mir per­sön­lich ist das The­ma „Wirt­schaft“ ein gro­ßes Anlie­gen, weil es ins­be­son­de­re die Jugend betrifft. Sei es die Suche nach einem leis­tungs­ge­recht ent­lohn­ten Arbeits­platz, eine nach­hal­ti­ge Finan­zie­rung der öffent­li­chen Hand im Sin­ne der Genera­tio­nen­ge­rech­tig­keit oder Inves­ti­tio­nen in die Zukunft unse­res Land: in allen Fäl­len merkt die Jugend als ers­tes die Aus­wir­kun­gen. Gera­de in den letz­ten Jah­ren der Kon­so­li­die­rung wur­de auf die­sem The­men­ge­biet deut­lich, dass es den ande­ren Par­tei­en deut­lich an Wirt­schafts­kom­pe­tenz man­gelt. Die ein­zi­ge Ant­wort, die sie gaben, waren Kür­zun­gen aller Art. Wir mei­nen hin­ge­gen, dass eine star­ke Wirt­schaft sowohl den Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mern als auch der Öffent­lich­keit nützt.

Für die Sozi­al­de­mo­kra­tie muss unse­re Markt­wirt­schaft dabei eine sozia­le Markt­wirt­schaft blei­ben. Daher gilt es, wirt­schaft­li­che Dyna­mik und sozia­le Sicher­heit mit­ein­an­der zu ver­ein­ba­ren. Ange­sichts der immensen Her­aus­for­de­run­gen der Glo­ba­li­sie­rung, des demo­gra­fi­schen Wan­dels und der Digi­ta­li­sie­rung für unse­re Wirt­schaft ist die­ses Leit­bild wich­ti­ger denn je. 

 

HAY FÜR DIE JUSOS: Nun wer­de end­lich kon­kret. Was hast Du im Bereich der Wirt­schaft vor?

FROMM: Neben der Ansie­de­lung und dem Erhalt bestehen­der Unter­neh­men muss die Grund­la­ge für eine Grün­der­kul­tur im Kreis gelegt wer­den. Wenn ein jun­ger Mensch eine inno­va­ti­ve Idee hat und ein Start-up grün­den möch­te, ist er heu­te noch auf­ge­schmis­sen. Es darf nicht sein, dass nur Rei­che mit einem gro­ßen Geld­beu­tel die Mög­lich­keit zu Exis­tenz­grün­dun­gen haben. 

Eine Grün­der­kul­tur lässt sich aller­dings nicht am Reiß­brett pla­nen. Des­halb for­dern wir zur Stär­kung vor­han­de­ner Struk­tu­ren die Ent­wick­lung einer Inno­va­ti­ons­clus­ter-Stra­te­gie. Anknüp­fen lie­ße sich an das Geest­hach­ter Inno­va­tions- und Tech­no­lo­gie­zen­trum, an dem mit der WFL und der Kreis­spar­kas­se Her­zog­tum Lau­en­burg bereits wesent­li­che Akteu­re des Krei­ses betei­ligt sind. Unter Ein­be­zie­hung des Helm­holtz-Zen­trum Geest­hacht könn­ten sich Syn­er­gie­ef­fek­te im Rah­men einer ganz­heit­li­chen Stra­te­gie nut­zen las­sen. Ein eige­nes För­der­instru­men­ta­ri­um für Start-ups ist in dem Zusam­men­hang uner­läss­lich. Zu den­ken ist bei­spiels­wei­se an zins­lo­se Grün­der­dar­le­hen und Mikro­kre­di­te bis hin zu Ven­ture-Capi­tal.

 

ZURÜCK ZUM ANFANG

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HAY FÜR DIE JUSOS: Es hört sich alles posi­tiv an. War­um soll­ten die Leu­te aber gera­de dich wäh­len?

FROMM: Der Wert der han­sea­ti­schen Beschei­den­heit hat etwas für sich, wes­halb ich mich lie­ber ein­mal mög­lichst sach­lich vor­stel­len möch­te: Als Kan­di­dat für die Kom­mu­nal­wahl am 06. Mai 2018 wer­be ich um das Ver­trau­en der Schwar­zen­be­ke­rin­nen und Schwar­zen­be­ker, mich für Ihre Inter­es­sen stark machen zu dür­fen. Mit mei­nem Alter von 22 Jah­ren und gleich­zei­tig einem hal­ben Jahr­zehnt poli­ti­schem Enga­ge­ment ist es mir ein Anlie­gen, inno­va­ti­ve Ide­en mit gewach­se­ner poli­ti­scher Erfah­rung zu ver­bin­den. Dass ich seit 20 Jah­ren in die­ser Stadt lebe, hier die wesent­li­chen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen besucht habe und Schwar­zen­bek ent­spre­chend wie mei­ne Wes­ten­ta­sche ken­ne, sorgt dabei sicher­lich für die nöti­ge Erdung in der Stadt.

Der­zeit stu­die­re ich Rechts­wis­sen­schaft an der Uni­ver­si­tät Ham­burg mit den Schwer­punk­ten Han­dels- und Gesell­schafts­recht sowie Sozi­al­recht mit arbeits­recht­li­chen Bezü­gen. Dies spie­gelt sich auch in mei­nem poli­ti­schen Enga­ge­ment wider, wo ich mich in Schwar­zen­bek als stellv. Vor­sit­zen­der im Sozi­al- und Kul­tur­aus­schuss und als stellv. Mit­glied im Finanz­aus­schuss ein­brin­gen konn­te.

Neben dem Stu­di­um und poli­ti­schen Enga­ge­ment kann ich u.a. bei der Betä­ti­gung im Sport­ver­ein neue Kraft tan­ken. Mit mei­ner lang­jäh­ri­gen Ver­eins­mit­glied­schaft geht das Wis­sen ein­her, dass gera­de das unter­schied­li­che ehren­amt­li­che Enga­ge­ment den Kitt unse­rer Gesell­schaft aus­macht. Dies gilt es, zu stär­ken.

Am Anfang habe ich über die Bedeu­tung der Poli­tik für das Leben der Men­schen gespro­chen. Pathe­tisch zusam­men­ge­fasst: Ich möch­te mei­nen Teil dazu bei­tra­gen, damit Fort­schrit­te für eben die­se Men­schen in unse­rer Regi­on erzielt wer­den. Am 06. Mai 2018 haben sie dann die Mög­lich­keit, an die Urnen zu gehen und die Vor­aus­set­zun­gen dafür zu schaf­fen. Über Unter­stüt­zung bei die­sem Unter­fan­gen freue ich mich und bin für Fra­gen oder Anre­gun­gen immer dank­bar. 

 

HINWEIS: Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu inhalt­li­chen For­de­run­gen erhal­ten Sie hier. Alter­na­tiv kön­nen Sie sich ger­ne auch per­sön­lich bei uns mel­den. Wir freu­en uns.

Calvin Fromm

Stu­dent der Rechts­wis­sen­schaft, Juso-Kreis­vor­sit­zen­der, stellv. Vor­sit­zen­der des Sozi­al- und Kul­tur­aus­schus­ses sowie stellv. Mit­glied im Finanz­aus­schuss der Stadt Schwar­zen­bek, stell­ver­tre­ten­des Mit­glied im Jugend­hil­fe­aus­schuss des Krei­ses Her­zog­tum Lau­en­burg und Juso-Ver­tre­ter im SPD-Kreis­vor­stand

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